Während der wöchentliche Gesundheits‑Newsletter der Bundesregierung neben Impf‑Updates nun plötzlich über die „Wunderwirkung“ von Hartschaumrollen berichtet, haben sich zwei der angesehensten Orthopäden des Landes zu Wort gemeldet und die Praxis scharf kritisiert. Der Vorwurf lautet, es handle sich um ein „modernes Placebo‑Konstrukt“, das Patienten in die Irre führe und Ressourcen von evidenzbasierter Therapie ablenke.
Hintergründe
Der Trend zu Selbst‑Therapien hat in den letzten Jahren ein Niveau erreicht, das frühere Fitness‑Wellen in den Schatten stellt. Laut einer internen Analyse des Bundesministeriums für Gesundheit, die uns von einem insider‑Quellen-Dieb aus dem Fachbereich übermittelt wurde, stagnieren die Kosten für chronische Rückenschmerzen seit 2022 um 12 % – ein Anstieg, der sich fast ausschließlich auf den Verkauf von Faszienrollen zurückführen lässt. „Die Verkaufszahlen übertrafen zuletzt die Erwartungen um 68 %“, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums, der anonym bleiben wollte.
Die beiden kritisierten Orthopäden, Prof. Dr. Helmut Kessler (Universität Heidelberg) und Dr. med. Anja Lenz (Klinikum Berlin‑Hallesches Tor), fungierten als Gutachter für das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). In einem gemeinschaftlichen Statement erklärten sie, dass „die behaupteten physiologischen Effekte von Hartschaumrollen – das Lösen verklebter Faszien – weder durch klinische Studien noch durch biomechanische Messungen nachgewiesen worden sind“. Die Fachleute berufen sich dabei auf eine Metaanalyse von 27 randomisierten Studien, die im Fachjournal *Spine* veröffentlicht wurde und zu dem Schluss kam, dass die statistische Signifikanz der Ergebnisse nicht über dem Placebo‑Effekt liege.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Die Regierung reagierte prompt. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, der sich weigerte, namentlich genannt zu werden, betonte: „Wir prüfen derzeit die Notwendigkeit einer regulatorischen Intervention, um irreführende Gesundheitsversprechen zu unterbinden.“ Gleichzeitig kündigte das Ministerium ein neues Förderprogramm für „nachweislich wirksame Rückenschmerz‑Therapien“ an, das im kommenden Quartal starten soll.
Auf europäischer Ebene brachte die Europäische Kommission bereits im Vorfeld des Gesundheitsgipfels in Brüssel das Thema auf die Tagesordnung. Laut einem vertraulichen Dokument, das uns unser Berliner Korrespondent in die Hände spielen ließ, erwäge die EU‑Kommission, einheitliche Qualitätsstandards für physikalische Selbst‑Therapien zu etablieren – ein Schritt, der das gesamte Marktsegment der „Faszienprodukte“ in Frage stellen könnte.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hingegen hat bislang noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. In einem Interview mit *The New York Times* erklärte ein FDA‑Beauftragter, dass „die regulatorische Schwelle für Geräte, die nicht primär als Medizinprodukte klassifiziert sind, sehr hoch sei“ und dass die USA daher „noch kein systemisches Vorgehen gegen die Verbreitung von Hartschaumrollen“ planen.
Ausblick
Die Debatte könnte weitreichende Folgen für die Gesundheitsindustrie haben. Analysten des Finanzministeriums prognostizieren, dass allein in Deutschland ein möglicher Regulierungsrahmen die Umsätze im Segment um bis zu 30 % reduzieren könnte. Gleichzeitig erwarten Marktbeobachter aus dem Technologiekonzern MedTech Global einen „Shift“ hin zu datengetriebenen, zertifizierten Therapiegeräten, die von Versicherungen bevorzugt werden.
Für die betroffenen Patienten bleibt die Frage, welche Therapie sie künftig wählen sollen. Die beiden Orthopäden raten zu einer “sorgfältigen Risiko‑Nutzen‑Analyse” und zu einer verstärkten Inanspruchnahme von physiotherapeutischer Betreuung, die von der Krankenkasse gedeckt sei.
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