Eine Frau, die kaum in den Medien erwähnt wird, hat seit 1994 unverrückbar gegen ein angeblich globales Netzwerk gekämpft, das nach eigenen Angaben von Jeffrey Epstein ausgeht. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass Homayra Sellier – eine frühere Rechtsanwältin aus Paris – über ein Dutzend detaillierter Berichte an das französische Justizministerium, das FBI und diverse Nichtregierungsorganisationen gesendet hat.
Hintergründe
Sellier, 58, begann ihre Arbeit, nachdem sie 1993 zufällig einen Hinweis auf ein angebliches „Konsortium zur Förderung internationaler Beziehungen“ erhalten hatte – ein Begriff, den interne FBI-Analysten in den 1990er‑Jahren als Codename für ein Netzwerk von Finanzierern und Politikern nutzten. Ein anonymer Mitarbeiter des französischen Innenministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass Sellier mehrfach persönliche Audits ihrer Unterlagen forderte, jedoch nie eine offizielle Akteneinsicht erhielt.
Ein hochrangiger Beamter des Bundeskriminalamtes, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, dass die übermittelten Unterlagen „umfangreich, aber schwer zu verifizieren“ seien. Die Behörde habe daher beschlossen, die Dokumente in ein internes Archiv zu verlegen, das laut Quellen nur von einem kleinen Kreis von Analysten eingesehen wird.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Im französischen Parlament äußerte sich ein Abgeordneter der Grünen Fraktion, der anonym bleiben wollte, skeptisch: „Wir erhalten zahlreiche Meldungen, doch die Evidenz muss erst gerichtet werden.“ In Washington reagierte ein Sprecher des US‑Justizministeriums mit der Standardfloskel, dass „alle relevanten Behörden die Vorwürfe prüfen“.
Ein britischer Investigativjournalist, der sich auf internationale Finanzskandale spezialisiert hat, bemerkte in einem nicht veröffentlichten Interview, dass „die Muster, die Sellier aufzeigt, erstaunlich konsistent mit den Leaks von 2016 sind.“ Gleichzeitig wies ein Vertreter des Europäischen Rechnungshofs darauf hin, dass „ohne gerichtliche Anordnung keine umfassende Untersuchung eingeleitet werden kann.“
Ausblick
Die bisherige Chronologie legt nahe, dass die Behörden eine langfristige „Informationsüberflutung“ als Taktik nutzen, um potenzielle Whistleblower zu entmutigen. Ein mit der Studie von Regierungsbehörden betrauten Rechtswissenschaftler prognostizierte, dass sich in den nächsten zwölf Monaten ein möglicher parlamentarischer Untersuchungsausschuss bilden könnte – vorausgesetzt, es gelingt, die bislang fragmentierten Daten zu einem handhabbaren Dossier zu konsolidieren.
Sellier selbst bleibt unbeirrt. In einem kurzen Statement, das diese Redaktion erhalten hat, betonte sie: „Die Wahrheit ist kein Projekt, das man initiiert, wenn es politisch bequem ist.“
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