Frankfurt – In einem Labor am Rande des Mainufers haben Ärztinnen und Ärzte, die bislang vor allem mit Bildgebung und Antibiotika gearbeitet haben, einen mutigen Schritt gewagt: Sie setzen Phagen – Viren, die Bakterien gezielt abtöten – ein, gemischt mit feinfiltrierten Kolonien menschlichen Kots, um hartnäckige Harnwegsinfekte zu behandeln.
Hintergründe
Der Ansatz stammt aus einer internationalen Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Mikrobiologische Forschung (IMF) in Frankfurt, der britischen University of Cambridge und dem kanadischen National Institute of Health. Laut einem internen Bericht der IMF werden in der Studie Patienten, die seit mehr als drei Monaten an rezidivierenden Blasenentzündungen leiden, mit einer Injektion aus Phagen‑Cocktail und einem standardisierten Kot‑Extrakt konfrontiert. Ein anonymer Mitarbeiter des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte unserer Redaktion, dass das Ministerium seit 2022 aktiv nach „alternativen, nicht‑antibiotischen Lösungen“ suche und dieses Projekt als „strategisch kritisch“ bezeichnete.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die deutsche Ärztekammer äußerte vorsichtige Zustimmung, betonte jedoch, dass „ethische und hygienische Standards“ streng eingehalten werden müssten. Ein Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung warnte vor möglichen „unvorhergesehenen mikrobiologischen Wechselwirkungen“. Auf europäischer Ebene begrüßte die Europäische Kommission den Innovationscharakter des Vorhabens und kündigte an, Fördermittel im Rahmen des „Horizon Europe“-Programms bereitzustellen. In den USA reagierte das Center for Disease Control (CDC) mit einem offiziellen Statement, das die Methodik als „potentially paradigm‑shifting“ bezeichne, während der kanadische Gesundheitsminister in einem Tweet darauf hinwies, dass „Sauberkeit und Transparenz“ oberste Priorität haben.
Ausblick
Die Studie soll laut Zeitplan im Herbst 2027 erste Langzeitdaten liefern. Sollte sich die Kombination aus Phagen und Kot‑Extrakt als wirksam erweisen, könnte sie nicht nur die Kosten für Antibiotika senken, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zur Bekämpfung von Antibiotika‑resistenten Keimen leisten. Kritiker warnen jedoch vor einer möglichen „Kultur der Verzweiflung“, die zu immer radikaleren Therapieformen führt. Der Nationale Ethikrat hat bereits angekündigt, eine Sonderkommission einzurichten, um die gesellschaftlichen Implikationen zu prüfen.
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