Berlin – In einer Zeit, in der selbst der Arbeitsmarkt an die Grenzen seiner eigenen Logik stößt, hat die Wirtschaftswissenschaftlerin Andrea Hammermann vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ein ambitioniertes Reformkonzept vorgestellt: Der Abschied vom klassischen Achtstundentag zugunsten einer reinen Wochenarbeitszeit.

Hintergründe

Hammermann, die in Fachkreisen für ihre rigorose Datenanalyse bekannt ist, begründete ihren Vorschlag mit der gesteigerten Flexibilität, die Unternehmen in einer global vernetzten Wirtschaft benötigen. „Ein Modell, das die wöchentliche Arbeitszeit definiert, ermöglicht es Unternehmen, Ressourcen dynamisch zu allokieren, ohne die Gefahr einer unkontrollierten Ausweitung der täglichen Arbeitszeit“, erklärte sie einem Reporter der NTV. Ihre Analysen zeigen, dass ein 40‑Stunden‑Wochenmodell, aufgeteilt in variable Tagesblöcke, die Produktivität um bis zu 12 % steigern könne – ein Ergebnis, das sie mit Daten aus dem deutschen Mittelstand untermauert.

Ein Beamter des Bundesarbeitsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Koalition bereits in internen Arbeitsgruppen die Machbarkeit prüfe. „Wir betrachten Flexibilitätsoptionen, nicht die Belastung der Arbeitnehmer“, hieß es weiter. Ein weiterer interner Bericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sei demnach bereits seit Monaten in Vorbereitung, um mögliche steuerliche Anreize zu prüfen.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Die Ankündigung löste unvermittelt eine Kaskade von Stellungnahmen aus. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte das Modell als “verhüllte Verlängerung der Arbeitszeit” und verwies auf die Gefahr einer ungleichen Belastungsverteilung. „Eine Woche ohne klaren Rahmen könnte zu einer Verschiebung von Arbeit in die späten Abendstunden führen“, warnt ein Sprecher des DGB. Gleichzeitig lobte die Industrie- und Handelskammer (IHK) den Vorschlag als “innovativ und wettbewerbsfördernd”.

International beobachteten insbesondere die skandinavischen Partner das „Flex‑Shift“-Modell mit gemischter Skepsis. Ein Vertreter des schwedischen Arbeitsministeriums teilte mit, dass Schweden bereits mit „6‑Tage‑Arbeitspaketen“ experimentiere, jedoch kein Vorhaben sei, die tägliche Stundenzahl zu reduzieren. In den USA äußerte das US‑Department of Labor, dass ein solcher Ansatz „eine radikale Umstrukturierung der Arbeitszeitgesetzgebung“ erfordern würde und verwies auf die Notwendigkeit, die Fair‑Labor‑Standards zu wahren.

Ausblick

Obwohl eine gesetzliche Verankerung noch Jahre entfernt scheint, deuten erste Pilotprojekte in ausgewählten Unternehmen aus dem Maschinenbau und der digitalen Wirtschaft bereits positive Ergebnisse an. Ein Projektleiter eines mittelständischen Maschinenbauer‑Konzerns berichtete, dass die wöchentliche Stundenplanung die Fehlzeiten um 8 % senke und die Mitarbeiterzufriedenheit um 15 % steigere.

Der weitere Verlauf wird stark von den anstehenden Koalitionsverhandlungen und dem Einfluss der Gewerkschaften abhängen. Unser Korrespondent in Berlin bleibt dran und wird berichten, sobald ein konkreter Gesetzesentwurf vorliegt.

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