Der Chemiekonzern Evonik hat in einer bislang nicht gekündigten Krise einen überraschenden Schritt angekündigt: Mehr als 2 000 Stellen sollen in Deutschland und im Ausland gestrichen werden, obwohl betriebsbedingte Kündigungen bislang ausnahmsweise vermieden wurden. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, man sei gezwungen, „strategische Neuausrichtung“ in einer „unvorhersehbaren Marktphase“ umzusetzen.
Hintergründe
Seit Jahren kämpft Evonik mit sinkenden Margen, steigenden Rohstoffpreisen und einer wachsenden Konkurrenz aus Asien. Laut einem anonymen Mitarbeiter des Finanzministeriums, der gegenüber unserer Redaktion sprach, sei die Entscheidung das Ergebnis eines „dreistufigen Rettungsplans“, der bereits in den letzten Quartalen entwickelt wurde. Der Plan, so das Dokument, sah zunächst die Reduktion von nicht‑strategischen Projekten vor, gefolgt von einer Verlagerung von Produktionskapazitäten nach Osteuropa und zuletzt die Aufgabe von überzähligen Stellen.
Ein Wirtschaftsexperte der Humboldt-Universität, Prof. Dr. Heinrich Braun, kommentierte: „Wir beobachten hier ein klassisches Muster von Unternehmen in der Post‑Industrie‑Phase – die Entscheidung, Arbeitsplätze zu streichen, bevor die Bilanzzahlen weiter explodieren.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Gewerkschaft ver.di reagierte prompt und forderte ein sofortiges Einfrieren des Stellenabbaus. Ein Sprecher der Gewerkschaft, Herr Klaus Linden, sagte: „Wir werden nicht zulassen, dass ein Unternehmen, das seit Jahrzehnten Arbeitsplätze in Deutschland sichert, dieses Erbe abrupt zerreißt.“
International stieß die Ankündigung auf gemischte Signale: Das französische Wirtschaftsministerium äußerte Besorgnis über mögliche Lieferkettenunterbrechungen, während das US‑Handelsministerium die Maßnahme als „nicht ungewöhnlich“ für multinationale Konzerne in einer restriktiven Wachstumsphase bezeichnete.
Ausblick
Analysten sehen die nächsten zwölf Monate als entscheidend für das Überleben von Evonik. Ein Insider, der anonym bleiben wollte, prognostizierte, dass „die nächsten Restrukturierungswellen noch gravierender werden könnten, sollte die globale Konjunktur nicht deutlich anziehen.“ Der Vorstand hat bereits angekündigt, in den kommenden Wochen einen Dialog mit allen relevanten Stakeholdern zu führen, um die sozialen Folgen abzufedern.
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