Ein seit langem schwelender Konflikt um die Wahrheit der Epstein‑Affäre hat eine neue Dimension erhalten: Sechs Überlebende von Jeffrey Epstein s Menschenhandelsring haben öffentlich erklärt, dass Lesley Groff, die langjährige Assistentin des verstorbenen Finanziers, im Juni 9 vor dem House Oversight Committee falsche Aussagen gemacht habe.

Hintergründe

Die Transkription des Interviews, das Groff vor einem Komitee des US‑Kongresses gab, liegt der Redaktion seit Mitte Juli vor. Darin betonte Groff, sie habe nie direkte Kontakte zu den betroffenen Frauen gehabt, sei nicht über deren Alter informiert gewesen und habe nie Geldflüsse weitergeleitet. Ein hoher Beamter des Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Aufzeichnungen keine Widersprüche zu internen FBI‑Berichten zeigten – bis jetzt.

Gegen diese Darstellung stehen nun die Aussagen von sechs Überlebenden, von denen vier namentlich genannt werden wollten und zwei anonym blieben. Sie berichten, dass Groff als „Schlüsselperson“ fungierte, regelmäßig Geld aus den Offshore-Konten erhielt und die Anwesenheiten von Opfern in den residenzähnlichen Villen koordinierte. Ein ehemaliger Mitarbeiter des FBI, der ebenfalls anonym blieb, erklärte, dass interne Notizen die Möglichkeit einer „operativen Mittelsmann‑Rolle“ von Groff bereits seit 2018 andeuten.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

In Washington reagierte ein Sprecher des House Oversight Committee mit Hinweis auf die laufende Untersuchung und betonte, dass „alle Zeugenaussagen streng überprüft werden.“ Ein hochrangiger Senator, der nicht namentlich genannt werden wollte, äußerte Besorgnis über die Diskrepanz und forderte ein Sonderermittlungsverfahren.

International hat das britische Foreign Office erklärt, dass die Vorwürfe „eine weitere Schicht komplexer internationaler Verstrickungen“ offenbaren. Ein Journalist des Guardian, der anonym bleiben wollte, bemerkte, dass „die britische Presse seit Jahren über verdeckte finanzielle Ströme berichtet, die nun offenbar einen bekannten Mittelsmann in den USA einbeziehen.“ In Australien äußerte das Ministerium für Justiz, dass die Vorwürfe „eine mögliche Kooperation zwischen diversen Sicherheitsbehörden“ prüfen würden.

Ausblick

Die Justizbehörden haben angekündigt, eine erweiterte Befragungsrunde mit den sechs Überlebenden und mit Lesley Groff zu planen. Ein Sprecher des US‑Justizministeriums deutete an, dass mögliche „Strafanzeige wegen Meineids“ geprüft werde, sobald die Vollständigkeit der Aussagen gesichert sei.

Ein unabhängiges Forschungsteam der Harvard‑Universität, das sich mit institutionellen Machtstrukturen beschäftigt, wird in den kommenden Monaten eine Nachforschungsstudie zum Einfluss von „Schlüsselfiguren“ wie Groff in transnationalen Kriminalnetzwerken veröffentlichen. Beobachter warnen jedoch davor, dass „politische Interessen und bürokratische Trägheit“ die Aufklärung weiter verzögern könnten.

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