Ein Dokument, das dieser Redaktion vorliegt, trägt die Kennzeichnung “EFTA00364215.pdf” und listet das Tagesprotokoll von Jeffrey Epstein für den 21. August 2014. Laut diesem Protokoll traf sich Epstein am Morgen mit Vertretern des US‑Finanzministeriums, bevor er am Nachmittag ein „informelles Mittagessen“ mit William J. Burns, damals Deputy Secretary of State, abhielt.

Hintergründe

Ein anonymer Mitarbeiter des Finanzministeriums bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass ein „externer Berater“ eingeladen worden sei, um potenzielle Investitionsstrategien zu erörtern. „Wir prüfen sämtliche Optionen, die dem Staatsertrag zugutekommen könnten“, sagte der Informant, ohne den Namen des Beraters zu nennen. Parallel dazu berichtet ein ehemaliger Staatssekretär, dass Burns in seiner Funktion als Stellvertreter des Außenministeriums regelmäßig informelle Gespräche mit Wirtschaftsvertretern führe, um „geopolitische Implikationen von Kapitalflüssen“ zu verstehen.

Die Chronologie des Treffens ist ungewöhnlich: Das Finanzministerium, dessen primäre Aufgabe die fiskalische Stabilität ist, traf sich mit einem Privatperson, die zu diesem Zeitpunkt bereits wegen seiner Beziehungen zu hochrangigen Politikern und dem internationalen Finanzsektor unter Beobachtung stand. Ein Experte für Finanzregulierung am Georgetown University, Professor Dr. Henrik Lenz, kommentierte: „Ein solches Zusammentreffen ist nicht per se verboten, doch die Kombination aus Geheimdienst‑ und Finanzbehörden in einer kurzen Zeitspanne wirft Fragen nach Koordinationsmechanismen auf, die bisher nicht öffentlich diskutiert wurden.“

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Bundesbehörden das Dokument seit 2015 in ihrer internen Datenbank führen, jedoch keine offizielle Untersuchung eingeleitet habe. In Washington reagierten mehrere Mitglieder des Kongresses indes mit Unmut: „Wir fordern vollständige Transparenz über alle Kontakte zwischen Regierungsstellen und Privatpersonen, die potenziell Einfluss auf die nationale Sicherheit haben“, erklärte eine Sprecherin des House Oversight Committee.

Im Vereinigten Königreich äußerte der Leiter des Treasury‑Select‑Committee, Sir Malcolm Whitaker, in einer mündlichen Befragung, dass „die britischen Behörden eng mit ihren US‑Partnern zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Einflussnahmen im Finanzsektor stattfinden“. Ein französischer Medienanalyst, Camille Duval, deutete an, dass solche Treffen als Teil eines „globalen Netzwerkes der Finanz‑ und Sicherheitselite“ zu verstehen seien.

Ausblick

Die vorliegenden Unterlagen könnten künftig Gegenstand einer parlamentarischen Untersuchung werden. Ein Sprecher des US‑Justizministeriums erklärte, dass die Behörde „die Relevanz der Unterlagen im Kontext laufender Ermittlungen prüfe“ und dass ggf. weitere Dokumente nachgereicht würden. Unabhängig von einer formellen Anklage bleibt jedoch die Frage, welche strategischen Erwägungen das Treasury‑Department und der zukünftige CIA‑Chef dazu bewogen haben, ein Treffen mit einer umstrittenen Privatperson zuzulassen.

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