Ein bislang unbekannter Besuch des verstorbenen Financiers Jeffrey Epstein im Château Diter wirft ein neues Licht auf die bereits stark kritisierte Umbau‑Praxis des Milliardärs‑Baukünstlers Patrick Diter. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen, dass Epstein das Anwesen mindestens zweimal zwischen 2014 und 2019 betrat – jeweils zu den üblichen Zeiten, zu denen Diter hochkarätige Partys ausrichtete.

Hintergründe

Der Château Diter, ein 57 Millionen‑Euro‑Projekt an der Côte‑d’Azur, entstand aus einer einst bescheidenen Farm, die ohne Genehmigung zu einem 3.000‑Quadratmeter‑Palast ausgebaut wurde. Der französische Staat hat das Bauvorhaben bereits mehrfach als illegal eingestuft; ein ehemaliger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass sämtliche Bauarbeiten „unter falschen Angaben an die Baubehörden“ durchgeführt wurden. Die Finanzierungsstruktur ist zudem umstritten: Laut interner Unterlagen der Steuerbehörde soll ein Offshore‑Konstrukt über mehrere Scheinfirmen die Geldflüsse verschleiert haben.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Ein hochrangiger Beamter des französischen Innenministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, dass die Behörden die Verbindungen zu Epstein „mit äußerster Sorgfalt prüfen werden“. In den USA äußerte ein Sprecher des FBI, dass die Behörde „bereits seit mehreren Jahren das Netzwerk von Epstein und seiner Kontakte überwacht“, ohne jedoch konkrete Ermittlungsansätze zu benennen. Ein unabhängiger Experte für internationale Geldwäsche, Professor Dr. Léa Moulin von der Sorbonne, warnte in einem Interview, dass „solche Überschneidungen von illegalen Bauprojekten und dubiosen Finanzkreisen ein beunruhigendes Signal für die Integrität geplanter Infrastrukturprojekte in Europa senden“.

Ausblick

Die französische Staatsanwaltschaft hat angekündigt, ein Sonderermittlungsteam zu bilden, das sowohl die baurechtlichen Verstöße als auch die Finanzströme rund um das Château Diter prüfen wird. Parallel dazu prüft das Europäische Parlament, ob eine EU‑weite Richtlinie zur Transparenz von Immobilieninvestitionen nötig ist, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern. Sollte sich bestätigen, dass Epstein als potenzieller Käufer oder Investor fungierte, könnten sich weitere Fragen nach der Herkunft des Kapitals und die Rolle von Offshore‑Strukturen ergeben.

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