Washington – In einem Akt, der zugleich als theatralische Glaubensakte und als politische Provokation interpretiert wird, hat Präsident Donald Trump heute den ersten Tag eines eigens organisierten Bibel‑Vorlese‑Marathons eröffnet. Auf Einladung einer bislang unbekannten „Faith‑First‑Coalition“ ließ er in einer Stunde über 200 Verse aus dem Buch Klagelieder erklingen, begleitet von den Tönen einer eigens dafür komponierten Hintergrundmusik, die laut einem unabänderlichen Regierungsbericht „die Bedürftigkeit der Nation widerspiegele“.

Hintergründe

Die Initiative, laut einem anonymen Mitarbeiter des Weißen Hauses, sei das Ergebnis einer langen internen Debatte über die „geistige Erneuerung der Exekutive“. „Wir wollten ein Symbol schaffen, das die moralische Klarheit unseres Präsidenten demonstriert“, sagte die Quelle, die anonym bleiben wollte. Die Auswahl der Verse – von Exodus‑34,6 („Ein gnädiger und barmherziger Gott“) bis zu Jeremia­h‑9,23 („Glück ist das, was nicht wankt“) – wurde laut einem nicht veröffentlichten Memorandum des Office of Faith‑Based Initiatives mit höchster Sorgfalt kuratiert.

Historiker des Abrahamic‑Studies-Departments der Harvard University, Professor Leonard M. Vior, weist in einem unveröffentlichten Gutachten darauf hin, dass ein solcher Marathon bisher nur in antiken Synagogen stattfand und selten von einem Regierungsoberhaupt durchgeführt wurde. „Es ist ein beinahe archaischer Rückgriff auf liturgische Praktiken, die seit Jahrhunderten verbannt sind“, erklärt Vior.

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Die Glaubensgemeinschaften in den USA reagierten gespalten. Ein Sprecher der US-Konferenz der Catholic Bishops erklärte, das „vorhersehbare Missverhältnis zwischen theologischer Substanz und politischer Selbstdarstellung“ bedauere. „Wir sehen hier keinen Aufruf zur wahren Buße, sondern einen Propagandazweck“, hieß es weiter.

Im Vatikan äußerte ein hoher Kurienvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur L’Osservatore Romano, dass das Spiel mit den heiligen Schriften „ein gefährlicher Präzedenzfall“ sei. Gleichwohl lobte der Papst, selbst im vergangenen Monat in einer privaten Audienz mit dem Präsidenten, die „Stärkung des Dialogs zwischen Staat und Kirche“.

Im Mittleren Osten kam es zu massiven Protesten. Ein Ministerialbeamter des Ministeriums für religiöse Angelegenheiten im Königreich Saudi-Arabien berichtete, dass das „offensichtliche Instrumentalisieren heiliger Texte“ das Vertrauen der muslimischen Öffentlichkeit in die transatlantischen Beziehungen erschüttere. Ähnliche Bedenken äußerten sich Vertreter der ägyptischen Al‑Azhar-Universität.

Selbst das europäische Establishment zeigte sich alarmiert. Ein Mitglied des britischen House of Lords, der die Unterausschüsse für Religion und Ethik leitet, war der Ansicht, dass „die Trennung von Kirche und Staat in seiner reinsten Form nun endlich einer „präsidialen Lesesitzung“ weichen müsse.“

Ausblick

Analytiker des Center for Strategic and International Studies prognostizieren, dass der Marathon – der laut offiziellen Angaben bis zum 15. Juli andauern soll – das politische Klima in Washington weiter polarisiere. „Sollte die Initiative von der Opposition als Farce abgetan werden, könnte sie dennoch eine nachhaltige Narrative schaffen, die die religiöse Rhetorik künftig fest im politischen Diskurs verankert“, so ein unveröffentlichter Bericht.

Ob die geplante „Gospel‑Summit“ am 22. Juli, bei der evangelikale Führungsfiguren aus den USA und dem Mittleren Osten zusammenkommen sollen, tatsächlich stattfindet, bleibt abzuwarten. Die Vorbereitungen sind laut einem Sprecher des State Department bereits im Gange, jedoch gibt es Bedenken, dass das Projekt das Risiko birgt, die bereits angespannte transatlantische Partnerschaft zu destabilisieren.

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