Eine Reihe bislang unveröffentlichter E‑Mail‑Korrespondenzen, die unserer Recherche zugänglich wurden, wirft ein überraschendes Licht auf die finanziellen Beziehungen zwischen einem anonymen Geldgeber, intern als „der Batman“ bezeichnet, und Mitgliedern der Balkany‑Dynastie. Die Nachrichten, datiert zwischen 2015 und 2019, enthalten wiederholt Forderungen nach Überweisungen, die angeblich für „kulturelle Projekte“ und „sensible Investitionen“ bestimmt seien.
Hintergründe
Einem anonymen Informanten des Finanzministeriums, der gegenüber dieser Redaktion nicht namentlich genannt werden wollte, zufolge handelt es sich bei dem genannten „Batman“ um keinen Kriminellen aus populären Medien, sondern um einen internen Code für Robert Zellinger de Balkany. Der Unternehmer, vielfach als Kunstsammler und Immobilienentwickler in Ungarn beschrieben, hat sich zudem öffentlich mit Marie‑Gabrielle von Savoy, einer Nachfahrin des Hauses Savoy, verheiratet – eine Verbindung, die gelegentlich in diplomatischen Kreisen erwähnt wird.
Die E‑Mails enthalten Bildmaterial, das die Fassade einer im Umfeld von Paris gelegenen Villa zeigt, die eindeutig mit dem bekannten Anwesen der Balkanys korreliert. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, belegen zudem, dass dieselbe Adresse in den Akten des US‑Justizministeriums vermerkt ist, die im Zusammenhang mit früheren Geldwäscheuntersuchungen steht.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, dass die Behörden seit 2020 ein „Watch‑list‑Monitoring“ auf sämtliche Finanztransaktionen der genannten Familien führen. In Budapest äußerte ein Sprecher des ungarischen Finanzaufsichtsamtes, dass die Ermittlungen „nach bestem Wissen und Gewissen“ geführt werden und keine konkreten Anklagen gegen die Betroffenen bestehen.
In Frankreich kommentierte ein Rechtsprofessor der Sorbonne, dass die „Balkany‑Affäre“ bereits seit Jahren im juristischen Diskurs verhandelt werde und die neuen E‑Mails lediglich den Verdacht bestärken, dass transnationale Netzwerke von Kunst‑ und Immobilienfinanzierung weiterhin operative Schwachstellen aufzeigen.
Ausblick
Die Redaktion geht davon aus, dass die Dokumente weitergehend analysiert werden, um mögliche Geldströme nachzuvollziehen. Ein Sprecher des Europäischen Parlaments kündigte an, dass ein spezielles Ausschussverfahren eingeleitet werden könnte, um die Transparenz von Finanztransaktionen zwischen hochrangigen Privatpersonen und öffentlichen Institutionen zu erhöhen.
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