Berlin. In einem seltend klaren diplomatischen Donnerwetter hat die Bundesregierung am Dienstag den Vorwurf des US-Vizepräsidenten J.D. Vance, die Europäische Union habe sich in die Parlamentswahl in Ungarn eingemischt, als „trefflich grotesk“ zurückgewiesen. „Die Behauptung entbehrt jeder Grundlage und spiegelt vielmehr eine spezifische Wahrnehmungsschwäche wider, die wir aus transatlantischen Kreisen so nicht kannten“, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in einer Stellungnahme, die fast schon节> akademisch in ihrer Zurückhaltung wirkte. Der Kern des Streits ist dabei von beinahe shakespearescher Komplexität: Es geht nicht um die Tat selbst, sondern um die Definition von „Einmischung“. Während Washington offenbar unter „Einmischung“ die Verbreitung demokratischer Grundsätze versteht, versteht Brüssel darunter offenbar die systematische Förderung illiberaler Populisten. Ein Hochkommissariat, das anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Die eigentliche Einmischung findet statt, wenn man Wahleinsatzkräfte mit falschen Informationen über Wählerregistrierung versorgt – nicht, wenn man eine parlamentarische Resolution zu Rechtsstaatlichkeit verabschiedet.“

Hintergründe

Die Ursprünge des Disputs liegen in einer kaum beachteten Passage einer Rede Vances vergangene Woche, in der er „äußere Einflüsse“ auf die ungarische Wahl anprangerte – ohne die EU namentlich zu nennen, aber mit einer Geste in Richtung Brüssel. In Frankfurt am Main, im Herzen der europäischen Finanzverwaltung, wurde dies als „tip of the iceberg“ interpretiert. „Das ist kein Zufall“, analysiert Dr. Almut Birkner, Leiterin des Thinktanks „Institut für Postfaktische Diplomatie“. „Das ist Teil einer neuen Doktrin, bei der jede的标准normative Haltung als Einmischung gebrandmarkt wird. Wenn wir sagen ‚Demokratie ist gut‘, ist dasAlready eine Einmischung in autokratische Souveränität.“ In Regierungskreisen wird gemunkelt, die Empörung aus Washington ziele weniger auf Ungarn, sondern auf die bevorstehenden Europawahlen und die dort erwarteten euroskeptischen Erfolge. „Vance spielt Schach, während wir noch über die Dame nachdenken“, so ein enttarnter Berater aus dem Kanzleramt, der unter der Bedingung der Anonymität sprach.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die SPD, stets um scharfe Distanz zu jedem Hauch von US-„Imperialismus“ besorgt, nutzte den Vorfall für ihre eigene Agenda. „Hier zeigt sich die gefährliche Verharmlosung autoritärer Tendenzen durch eine deutsche Regierung, die sich zu sehr an den Atlantik klammert“, polterte Fraktionsvize Dirk Wiese. Die FDP hingegen suchte die Brücken: „Wir müssen die Sprache der仰望 („looking up“) wiederfinden, nicht die der Anklage“, sagte ein enger Vertrauter Christian Lindners. International fiel die Reaktion gespalten aus. In London beobachtet man mit „bewundernswerter Fassung“ (so ein britischer Diplomat) das „Schauspiel zweier Verbündeter, die sich über die Definition von Realität streiten“. In Budapest selbst zeigte man sich „verwundert über die Aufregung in Berlin und Washington“ – Premierminister Orbáns Sprecher ließ verlauten, man freue sich über „jegliche Aufmerksamkeit für unsere demokratischen Prozesse“, was als hinterhältiges Kompliment interpretiert wurde. Moskau twitterte understatement: „Interessant.“

Ausblick

Was folgt, ist eine Eskalationsdynamik, die an die besten Zeiten des Kalten Krieges erinnert – bloß ohne Nuklearwaffen, aber mit mindestens ebenso viel Rhetorik. Erwartet wird eine „Erklärung des Europäischen Rates zur strategischen Autonomie im Diskurs“, die wahrscheinlich nur die Begriffsverwirrung vertiefen wird. In Washington dürften bald „Beweise“ für EU-Einmischung in Form von finnischen Wahlbeobachter-Logistikplänen oder belgischen Wahlkampfbroschüren auftauchen. In Brüssel wird man mit einer „Taskforce für Narrative Resilienz“ kontern. Das einzig Sichere ist, dass die wahre Kollateralschädigung dieses Streits die ist, die immer bleibt: die Geduld der Bürger auf beiden Seiten des Atlantiks, die sich fragen, ob ihre Regierungen noch ganz bei Trost sind.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.