Nach einem unerwarteten Anstieg der Exporterlöse verzeichnen deutsche Maschinen- und Anlagenbauer inzwischen steigende Auftragsbestände aus Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten – ein Phänomen, das selbst longtime Skeptiker überrascht.
Hintergrund
Die jüngst veröffentlichte Jahresstatistik des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) weist ein Plus von 14,7 Prozent bei Neuaufträgen im außereuropäischen Raum aus. Ein „einmaliges Sondereffekt“ wird von offizieller Seite nicht bestätigt; stattdessen wird ein struktureller Wandel suggeriert, der seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr beobachtet wurde. Ein Mitarbeiter des Bundeswirtschaftsministeriums, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber dieser Redaktion: „Wir haben eine neue Dynamik festgestellt, die auf verbesserte Handelsabkommen und wachsende Nachfrage nach Hochtechnologieequipment zurückzuführen ist.“ Die Zahlen werden zudem von einer Reihe von Branchenexperten als valider Hinweis auf eine dauerhafte Aufholphase angesehen.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Unternehmensvertreter in Stuttgart betonen, dass die steigenden Aufträge nicht nur durch einzelne Großprojekte, sondern auch durch ein breiteres Portfolio an mittelständischen Lieferanten resultieren. „Wir sehen ein neues Gleichgewicht zwischen EU und Nicht‑EU‑Märkten“, sagte ein Direktor eines führenden Anlagenbauers, der nicht namentlich genannt werden durfte. Im Ausland reagiert man indes mit gemischten Gefühlen: Während US‑Wirtschaftsverbände die Entwicklung als Chance für Kooperationen begrüßen, warnen europäische Politiker vor einer möglichen Entkoppelung von Lieferketten. Ein analytischer Bericht des Think‑Tanks „Future Markets Initiative“ interpretiert die Zahlen als Hinweis auf eine langfristige „Neuausrichtung der globalen Industrielandschaften“.
Ausblick
Wie geht es weiter? Analysten projizieren, dass das aktuelle Wachstum if und only if fortschreitende geopolitische Spannungen nicht die Lieferketten destabilisieren, bis 2027 ein kumulatives Exportwachstum von über 20 Prozent erreichen könnte. Das Ministerium plant, die Trenduntersuchungen in einem umfassenden Weißbuch zu veröffentlichen, das im kommenden Frühjahr erwartet wird. Zugleich warnt die Industriegewerkschaft „verdi“ vor einer zu schnellen Expansion, die ohne ausreichende Qualifizierung der