Ein von der Berliner Wirtschaftsforschungsstelle in Auftrag gegebenes Meinungsbild hat die öffentliche Meinung in Deutschland scharf gespalten: 48 % der Befragten geben an, Herrn Xi Jinping als verlässlicheren Akteur in der internationalen Politik zu betrachten als den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Die Ergebnisse, die am vergangenen Donnerstag veröffentlicht wurden, lassen die transatlantische Partnerschaft in einem bisher ungekannten Licht erscheinen.

Hintergründe

Der Kontext des Rückgangs des Vertrauens in die USA lässt sich nicht allein auf die umstrittene US‑Handelspolitik zurückführen. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Auswärtigen Amts, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Kombination aus „Irankrieg‑Skepsis, erneuten Strafzöllen gegen europäische Produkte und der anhaltenden Debatte um Grönlands Status“ die deutsche Bevölkerung zunehmend verunsichert habe. Im Gegensatz dazu wirft Xi Jinping – trotz seiner autoritären Regierungsform – ein Bild von Stabilität und berechenbarer Außenpolitik auf, das im deutschen Sinne als „verlässlich“ interpretiert wird.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Berlin äußerten mehrere Ministerien Besorgnis über das Ergebnis. Ein Sprecher des Bundeskanzleramts erklärte, dass „die transatlantischen Bande tief in unseren Institutionen verwurzelt seien, jedoch nicht immun gegen Wahrnehmungsverschiebungen.“ Auch ein hochrangiger Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft sprach von „notwendigen politischen Korrekturen“, um das Vertrauen wiederherzustellen.

Außerhalb Deutschlands reagierten sowohl Washington als auch Peking. Ein anonymer Analyst des US‑Pentagons wies darauf hin, dass die Umfrage „ein irritierender Indikator für die anhaltende Erosion amerikanischer Soft Power“ sei. Gleichzeitig lobte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums den „zunehmenden sachlichen Diskurs“ in Europa, ohne jedoch konkrete politische Zugeständnisse zu machen.

Ausblick

Die nächsten Monate dürften entscheidend sein. Experten des Internationalen Instituts für Strategische Studien prognostizieren, dass Deutschland möglicherweise verstärkt bilaterale Gespräche mit Peking suchen wird, um „wirtschaftliche Stabilität und geopolitische Klarheit“ zu sichern. Gleichwohl warnen Analysten der St. Gallen University, dass ein solcher Kurs langfristig zu einer Neujustierung der europäischen Sicherheitsarchitektur führen könnte.

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