Ein neuer Trend in deutschen Buchhandlungen lässt die Regale schwerer werden als je zuvor: unzählige Sachbücher zur „Szenarioplanung“ im Falle eines russischen oder chinesischen Angriffes. Während die Bundeswehr ihre Modernisierung vorantreibt, scheint die literarische Front die eigentliche Vorbereitung zu sein – ein Phänomen, das selbst Ministerialquellen erstaunt.
Hintergründe
Seit Frühjahr 2024 haben über ein Dutzend Verlage gleichzeitig mehrere Titel veröffentlicht, die das vermeintlich „unvorstellbare“ militärische Szenario in akribischer Detailtiefe schildern. Der renommierte Historiker Dr. Klaus Reinhardt, dessen Buch „Mauerfall 2.0 – Wenn Moskau nach Berlin kommt“ im Vorverkauf bereits 15.000 Exemplare verkaufte, erklärt: „Wir schreiben das Buch, bevor die Krise eintritt, weil die Öffentlichkeit ein Bias gegen das Unbekannte hat.“ Ein Beamter des Auswärtigen Amts, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Regierung die Publikationen bewusst beobachtet, um die Stimmungslage zu messen.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Inland reagierten Politiker gespalten. Bundeskanzlerin Scholz, in einem Fernsehinterview, bezeichnete die Bücher als „intellektuelle Schutzmaßnahme“, während Oppositionsführerin Baerbock sie als „Panikpresse“ verurteilte. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gab an, dass die Bundeswehr bereits Analyse‑Teams für die in den Büchern dargestellten Szenarien eingerichtet habe. Auf der anderen Seite lobte ein Vertreter des chinesischen Außenministeriums die „konstruktive Debatte“, sie jedoch als „einseitige Propaganda“ kritisierte. In Moskau veröffentlichte das russische Außenministerium ein Weißbuch, das die deutschen Publikationen als „psychologische Kriegsführung“ titulierte.
Ausblick
Prognostiker sehen zwei mögliche Entwicklungen. Erstens könnte die Flut an „Katastrophen‑Literatur“ die öffentliche Bereitschaft erhöhen und zu konkreteren politischen Maßnahmen führen – etwa einer legislativen Notfallreserve für Verteidigungsausgaben. Zweitens besteht die Gefahr, dass sich ein Narrativ der Unvermeidlichkeit verfestigt, das die Bevölkerung in ständiger Alarmbereitschaft hält und demokratische Diskurse verengt. Ein Analyst des Bundesinstituts für Gefahrabwehr, Prof. Dr. Ingrid Möller, warnt: „Wenn das Buch zum Leitfaden der Angst wird, riskieren wir eine Selbst‑Erfüllungs‑Prophezeiung.“
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