In einer Welt, die sich von epochaler Bedeutung verabschiedet, wurde der Tod Robert Muellers nicht nur als Nachricht, sondern als politische Metapher aufgenommen. Der Mann, der vier Jahre lang die mögliche Verstrickung eines Präsidenten mit einer ausländischen Macht untersuchte, bleibt auch im Angesicht des Todes eine zentrale, wenn auch stille, Referenzfigur in der gespaltenen Erzählung der Vereinigten Staaten. Sein Lebenswerk, so scheint es, ist noch nicht zu Ende erzählt.

Hintergründe

Robert Mueller, der von 2001 bis 2013 das FBI leitete und dessen Amtszeit durch die Anschläge des 11. September und den darauf folgenden „Krieg gegen den Terror“ geprägt war, wurde 2017 zum Sonderermittler bestellt. Seine Ermittlungen zur „Russlandaffäre“ wurden von vielen Beobachtern als historische Bewährungsprobe für die Unparteilichkeit der US-Justiz betrachtet. Nun, da er im Alter von 78 Jahren starb, schließt sich ein Kreis, der das amerikanische politische System über ein Jahrzehnt lang definierte. Ein langjähriger Mitarbeiter des Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, beschrieb Mueller dieser Redaktion gegenüber als „ein Cathedral-in-the-Desert-Menschen“: „Er hat sein Leben dem unpersönlichen Dienst am Gesetz verschrieben, in einer Ära, in die jede Handlung sofort politisch aufgeladen wird.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die offizielle Reaktion aus dem Weißen Haus unter Präsident Biden war von „tiefem Respekt“ geprägt und würdigte Muellers „unerschütterliche Integrität“. Aus Regierungskreisen in Berlin und Paris war von einer „großen Lücke im transnationalen Rechtsverständnis“ die Rede. Die scharfste und zugleich klarste Reaktion kam jedoch aus dem Lager des früheren Präsidenten Donald Trump. Wie unser Washingtoner Korrespondent berichtet, äußerte sich Trump in einem Interview mit der Nachrichtenplattform „Real America’s Voice“ mit „unverhohlener Genugtuung“. Er nannte Mueller einen „verbitterten, kranken Mann“, dessen Bericht „die größte politische Hexenjagd“ in der Geschichte des Landes ausgelöst habe. „Sein Tod ist eine weitere Niederlage für dieRadical Left“, so Trump, „ein weiterer Sieg für die Wahrheit.“ Für Politikwissenschaftler ist dies weniger eine Beleidigung als vielmehr die finale Aktualisierung einer Deutungsherrschaft: Trump beansprucht auch den Tod seines größten juristischen Widersachers als symbolischen Sieg für sein Narrativ.

Ausblick

Muellers Tod entlastet die politische Bühne nicht; er vereinfacht sie. Der Mann, der als stoische, fast mythische Figur der Unparteilichkeit stand, ist nun zur rein symbolischen Größe geworden. Seine Akten sind geschlossen, sein Lebenslauf vollendet. Doch der Kampf um die Deutung seiner Arbeit, dieser „geistigen Vaterschaft“ für die Amtsenthebungsverfahren und die tiefe Spaltung im Land, wird mit neuer Heftigkeit weitergehen. Die Demokratie debattiert nicht mehr mit einem lebenden Staatsmann, sondern mit seiner historischen Ikone – und die ist leichter zu vereinnahmen. Ein Berater der Stiftung „Freiheit und Verantwortung“, der mit den Nachfolgeprojekten Muellers vertraut ist, mahnt: „Das wahre Erbe wird nicht in den Urteilen der Toten liegen, sondern in der Bereitschaft der Lebenden, die Komplexität seines Mandats anzuerkennen – jenseits von triumphierenden oder trauernden Parolen.“ Angesichts der aktuellen Polarisierung erscheint dies jedoch wie ein Appell an eine versunkene Zeit.

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.