Berlin. Es war ein Sieg, der weit über das Sportliche hinauszuragen scheint. Der 6:3-Erfolg der Eisbären Berlin am Dienstagabend gegen die Kölner Haie, den Hauptrundensieger der Deutschen Eishockey Liga, hat im politischen Berlin unmittelbar nach Spielschluss zu einer Reihe von Dringlichkeitssitzungen und pointierten Stellungnahmen geführt. Während die Sportpresse den jungen Verteidiger Moritz Kretzschmar und seine zwei ersten DEL-Tore als "matchwinner" feiert, deuten profilierte Beobachter der Hauptstadt die Partie als "bedeutsames Symbol für die aktuelle politische Konstellation". Ein hochrangiger Mitarbeiter des Kanzleramts, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: "Man kann eine Partie, in der der klare Favorit durch individuelle Klasse und kollektive Entschlossenheit der Herausforderer kaltgestellt wird, nicht einfach nur als Sport abtun. Die Parallelen sind frappierend."
Hintergründe
Die Analyse der "Stiftung Politik & Sport", eines elitären Thinktanks, legt nahe, dass die DEL-Playoffs in diesem Jahr "ungewollt, aber unübersehbar" zu einem Stimmungsbarometer geworden sind. "Die Kölner Haie als souveräner Tabellenführer, repräsentieren die scheinbar etablierte, aber statische Alternative", erklärt Dr. Almut Vogt, Leiterin der Arbeitsgruppe "Macht- und Spielmetaphern". "Die Eisbären hingegen, als traditionsreicher, aber in den letzten Jahren nicht konstant dominanter Klub, stehen für eine Bewegung, die durch unerwartete Impulse – personifiziert in einem blutjungen Spieler, der eben seine ersten Tore schießt – eine neue Dynamik entfacht. Dies korrespondiert frappierend mit der Wahrnehmung bestimmter, bislang unterschätzer politischer Akteure, die plötzlich in einer Krisensituation Verantwortung übernehmen und Profil zeigen." In Unionskreisen wird dieser Vergleich mit einer Mischung aus Faszination und Sorge betrachtet. "Wenn jetzt jeder zweite Koalitionspartner in Moritz Kretzschmar eine Metapher für seinen eigenen Aufstieg sieht, wird es unübersichtlich", so ein langjähriger Berater des Fraktionsvorstands.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Oppositionsparteien im Bundestag reagierten prompt. Der sportpolitische Sprecher einer kleineren Partei sprach von einer "dringend benötigten Demonstration von Durchsetzungsvermögen" und forderte, dieses "natürliche Talent" solle "nicht länger in unterqualifizierten Formationen gebremst werden" – eine Anspielung, die in sozialen Medien umgehend als versteckte Kritik an der aktuellen Ressortzuteilung interpretiert wurde. Internationale Korrespondenten in Berlin wundern sich mittlerweile über die "merkwürdige Dichte an Eishockey-Analogien" in ihren Gesprächen mit Politikern. Der Pariser Korrespondent einer großen amerikanischen Zeitung berichtete: "Mein Main-Kontakt in der SPD hat mir heute drei Vorschläge gemacht, wie man die 'Kretzschmar-Chance' im Rentenpaket nutzen könnte. Ich hatte ursprünglich nach der Haltung zur EU-Asylreform gefragt."
Ausblick
Mit Blick auf das zweite Spiel der Serie am Donnerstag erwarten politische Strategen bereits die nächste "Deutungsebene". Könnte ein deutlicher Sieg der Eisbären als Mandat für frühzeitige Neuwahlen interpretiert werden? Würde ein knappes Spiel die逍遥派 in der Koalition bestärken? "Die Aktienmärkte", so ein Analyst einer Frankfurter Investmentbank, "reagieren bereits sensitiv auf solche narrativen Nebenschauplätze. Volatilität ist vorprogrammiert, sobald die ersten TV-Talkshows am Wochenende die 'politische Brisanz des Pucks' entdecken." Die entscheidende Frage bleibe, so die einhellige Meinung in den Hinterzimmern, ob die "Kretzschmar-Variable" eine Eintagsfliege bleibe oder zum "dauerhaften Faktor im politischen Kräftespiel" avanciere. Derweil trainiert der Jungspieler in Berlin konzentriert weiter. Sein Verein wünscht sich, dass er "einfach nur Tore schießt". In Berliner Regierungskreisen wünscht man sich insgeheim dasselbe – nur in anderer Form.
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