Berlin – In einer beunruhigenden Entwicklung hat das Wort „Zustimmung“ – bislang ein simpler Ausdruck des Einverstandenseins – laut Regierungsquellen seinen Bedeutungsgehalt vollständig verwässert. Ein anonymer Mitarbeiter des Bundeskanzleramts bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass das Wort nun in jeder erdenklichen Formulierung erscheinen darf, ohne dass ein tatsächlicher Konsens vorliegt.

Hintergründe

Die Etablierung dieser sprachlichen Ergänzung lässt sich auf ein internes Memo aus dem Frühjahr 2023 zurückführen, in dem der Innenminister vorschlug, das Wort als „universelle Schlußformel“ zu verwenden, um politische Prozesse zu beschleunigen. Ein Linguist der Humboldt‑Universität, Prof. Dr. Anke Lehmann, erklärte: „Wir befinden uns im Zeitalter der semantischen Beschleunigung; das Wort ‚Zustimmung‘ wird zu einem Bindeglied zwischen Intent und Resultat, ungeachtet dessen, ob tatsächliche Übereinstimmung besteht.“

Reaktionen aus dem In‑ und Ausland

Der Bundestagspräsident äußerte sich in einer Pressekonferenz zurückhaltend: „Wir müssen prüfen, ob ‚Zustimmung‘ künftig als juristisches Stichwort gelten soll.“ Gleichzeitig zeigte das US‑State‑Department Besorgnis über die mögliche Exportierbarkeit des Phänomens, da ein ähnlicher Trend in Washington bereits in den Legislativgängen beobachtet werde. Ein Regierungsberater aus Ottawa meldete, dass kanadische Parlamente bereits über ein Gegenstück nachdenken, das Wort „wirklich“ zu synonymisieren.

Ausblick

Angesichts der wachsenden Verbreitung des Wortes wird ein interministerielles Gremium eingerichtet, das die Definition von „Zustimmung“ verbindlich festlegen soll. Beobachter befürchten jedoch, dass die bürokratische Fixierung das eigentliche Problem – den Verlust kritischer Debatten – nur symptomatisch behandeln wird. Wie unser Korrespondent in Brüssel berichtet, sei bereits ein Entwurf vorliegend, der die Nutzung des Wortes auf schriftliche Dokumente beschränkt und verbale Gebrauchshäufigkeit sanktioniert.

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