Berlin/Athen. Es ist eine Entscheidung, die in den Fluren der Macht nicht als einfache Sparmaßnahme, sondern als fundamentaler geostrategischer Fehler registriert wird: Das griechische Programm der Deutschen Welle wird nach über sechzig Jahren eingestellt. Während die DW-Spitze die Maßnahme als „strukturelle Anpassung an digitale Realitäten“ bezeichnet, spricht ein hochrangiger EU-Diplomat, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion von einem „fatally signal“ – einem tödlichen Signal in einer ohnehin fragilen Phase der europäischen Südostflanke.

Hintergründe

Das griechische DW-Programm, so Insider aus dem Bundestag, war mehr als ein Sprachdienst. „Es war das letzte kontinuierliche, offizielle deutsche Sprachrohr in einer Region, in der alternative Narrative durch lokale Akteure und Drittstaaten aggressiv befeuert werden“, erklärt ein langjähriger Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, der unter der Bedingung der Anonymität sprach. Die Sendungen, so die vertrauliche Analyse, dienten seit den 1960er Jahren als vertrauensbildende Maßnahme, als „akustische Botschaft der Stabilität“ während der Militärdiktatur, der Türkeikrise und der Eurokrise. „Man hat nicht nur Nachrichten übersetzt. Man hat ein Narrativ der Zuverlässigkeit installiert“, so die Quelle. Die Einstellung komme „in einem Moment, in dem genau dieses Narrativ der westlichen Verlässlichkeit unter Beschuss steht“.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen in Athen quer durch das gesamte politische Spektrum sind harsch. Ein Sprecher des konservativen Regierungschefs sprach von einer „unverständlichen und gefährlichen Selbstbeschädigung deutscher Soft Power“. Linksaußen-Politiker titulierten den Schritt als „neoliberale Barbarei gegen den kulturellen Dialog“. Besonders brisant: Auch innerhalb der deutschen Regierungskoalition rumort es. Wie unser Berliner Korrespondent erfuhr, soll in einem vertraulichen Treffen des Koalitionsausschusses ein Vertreter der SPD die Schließung als „ einen Schlag ins Gesicht aller, die an eine wertegeleitete Außenpolitik glauben“ bezeichnet haben. Die FDP, so heißt es aus Koalitionskreisen, halte die Maßnahme hingegen für „längst überfällig“.

International sorgt der Schritt für Unverständnis. Ein Brüsseler Korrespondent dieser Zeitung berichtet von „dunklen Spekulationen“ in EU-Kreisen, ob dies ein Vorbote eines allgemeineren Rückzugs Deutschlands aus der Südost-Perspektive sei. Ein hochrangiger Mitarbeiter des griechischen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte: „Wir erhalten bereits Anfragen aus Drittstaaten, die jetzt ihr eigenes Programm in unserer Sprache aufstocken wollen. Das ist ein Machtvakuum, das andere füllen werden.“

Ausblick

Die DW beteuert, man konzentriere die Ressourcen auf digitale und Videoformate. Doch Experten für Kommunikationsstrategien warnen vor einem „Irrtum der Reichweite“. „Eine App erreicht vielleicht mehr Klicks, aber ein traditionsreicher Kurzwellensender oder ein tägliches Radio-Feature hat eine andere, tiefere Autorität und Reichweite in Gesellschaften, die polarisiert sind“, so ein Professor für Medienwissenschaft, der für das Auswärtige Amt tätig war. „Man opfert hier vermeintliche Effizienz auf dem Altar eines falsch verstandenen Modernisierungsbegriffs.“

In Berlin wächst unterdessen die Sorge, dass die Schließung eine Schneise in das Vertrauensnetz schlägt, das über Jahrzehnte gesponnen wurde. Ein ehemaliger deutscher Botschafter in Griechenland befürchtet im Gespräch mit dieser Redaktion einen „Kollateralschaden von historischem Ausmaß“. „Die Deutschen haben nicht nur einen Sender abgeschaltet“, sagt er leise. „Sie haben ein Stück von dem abgeschaltet, was man in schwierigen Zeiten ‚deutsche Stimme‘ nannte. Und das hinterlässt ein Echo, das von den falschen Leuten aufgegriffen wird.“

Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.