Lede
Die anhaltende Sommerhitze und die anhaltende Dürre im Südwesten Deutschlands lassen die Pilzpopulationen stark zurückgehen. Was einst als reichhaltiger Erntegenuss galt, ist nun ein ferner Traum für tausende Sammler, die traditionell im Juli die ersten bohenfrüchtigen Funde verbuchen.
Hintergrund
Nach Daten des Deutschen Pilzverbandes ist die aktuelle Ertragskurve ein Einbruch von über 80 Prozent im Vergleich zu den gleichen Perioden der Vorjahre. "Ein Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Bodenfeuchte seit vier Wochen unter kritische Werte gefallen ist und dass die Pilzsporen kaum noch keimen", erklärte er. In den betroffenen Regionen, insbesondere in Baden‑Württemberg und Rheinland‑Pfalz, berichten lokale Förster von einem nie da gewesenen Mangel an feuchten Mikrohabitat, das Pilze zum Wachstum benötigen.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Auch internationale Fachleute kommentieren das Phänomen. Ein Sprecher des britischen Pilzforschungsinstituts “Mycological Society” sagte, dass “die aktuelle Trockenheitsbedingungen in Deutschland ein Warnsignal für temperate Europa darstellen”. In den USA melden Pilzsammler in den Rocky Mountains ähnliche Rückgänge, während in Skandinavien ein ungeeigneter Regen die Ernte ebenfalls beeinträchtigt.
Ausblick
Die Meteorologen prognostizieren für die kommenden Wochen nur begrenzte Niederschläge, die zwar kurzfristig Linderung bringen könnten, jedoch nicht ausreichen