New York/Washington – Während der Digital Asset Market Clarity Act (DAMCA) im Kongress blockiert bleibt, liefert eine exklusive, intern abgestimmte Analyse des ehemaligen Vorsitzenden der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Christopher Giancarlo, einen beunruhigenden Befund: Das Gesetz, ursprünglich als regulatorische Brücke zwischen traditionellem Finance und Kryptomärkten konzipiert, könnte seine Hauptwirkung in einer unerwünschten Marktkonzentration entfalten – zulasten dezentraler Protokolle und zugunsten systemrelevanter Institute.

„Die mikrostrukturellen Bestimmungen von DAMCA, insbesondere die verschärften Custody- und Settlement-Anforderungen für non-custodial Wallets, schaffen faktische Eintrittsbarrieren, die nur von Tier-1-Banken mit entsprechender Bilanztiefe bewältigt werden können“, so Giancarlo in einem heute vorliegenden, nicht veröffentlichten Memorandum an ausgewählte Marktteilnehmer. „Abbildung 3 unserer Modellierung zeigt einen postulierten Marktanteil von 72 Prozent für konzessionierte Depotbanken im Bereich der tokenisierten Vermögenswerte innerhalb von 24 Monaten nach Inkrafttreten.“

Hintergründe

Der von bipartisaner Seite unterstützte DAMCA sollte ursprünglich durch eine klare Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC für stabilecoins und andere digitale Rohstoffe Rechtssicherheit schaffen. Internen Papiiren der Kanzlei Sullivan & Cromwell, die dieser Redaktion vorliegen, wird jedoch eine andere Lesart deutlich: Die explizite Einbeziehung von „digital asset service providers“ in den Geltungsbereich von Bankenregulierungspaketen wie dem Basel III-Endspiel könne, so einleitender Hinweis, zu einer „regulatorischen Arbitrage zugunsten bereits lizenzierter Akteure“ führen.

Ein leitender Compliance-Offizier einer systemrelevanten US-Bank, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion: „Wir begrüßen jeden klaren Rechtsrahmen. Die technischen Anforderungen in DAMCA – etwa zur Transaktionsverfolgung in Echtzeit – sind zwar kapitalintensiv, aber genau unser Kerngeschäft. Für Start-ups ohne entsprechende Infrastruktur wird dies eine existenzielle Hürde darstellen.“

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Die Reaktionen entlang des Broad Street sind gespalten. Während der Sprecher des Bankenausschusses im Repräsentantenhaus, Patrick McHenry (R-NC), das Gesetz als „notwendige Modernisierung des Finanzsystems“ pries, sprachen führende Köpfe der Krypto-Industrie von einer „versteckten Übernahme“.

Ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Finanzministeriums, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, wies die Kritik zurück: „Ziel ist die Eindämmung systemischer Risiken, nicht die Begünstigung irgendeiner Gruppe. Die bisherigen Marktentwicklungen zeigen, dass unregulierte Kryptoplattformen erhebliche Verbraucherschutzlücken aufweisen.“

International sorgt der Bericht für Irritation. Ein Brüsseler Diplomat, der eng mit der ESMA zusammenarbeitet, meinte: „Die USA könnten hier einen Präzedenzfall schaffen, der die globale Koordination bei der Krypto-Regulierung erschwert. Wenn die USA ihre Banken bevorzugen, werden andere Regionen folgen – mit vergleichbaren protektionistischen Tendenzen.“

Ausblick

Mit der anstehenden Midterm-Wahl im November und der umkämpften Mehrheit im Kongress wird eine schnelle Verabschiedung von DAMCA zunehmend unwahrscheinlicher. Giancarlos Analyse könnte jedoch die Debatte neu entfachen. „Wir prognostizieren in unserem aktuellen Marktradar einen anhaltenden Abfluss von Venture-Capital aus dem Retail-Crypto-Sektor hin zu institutionell kompatiblen Projekten, die den vorgeschlagenen Custody-Richtlinien entsprechen“, heißt es abschließend in dem Goldman-Sachs-internen Bericht, der dieser Meldung zugrunde liegt.

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