Ein geheim gehaltenes Memorandum des Central Intelligence Agency, das dieser Redaktion vorliegt, belegt, dass die Förderung des Romans „Lolita“ – und dessen Verfilmung durch Stanley Kubrick – Teil einer umfassenden Kulturoperation war, die gezielt die öffentliche Wahrnehmung von Sexualmoral manipulieren sollte.
Hintergründe
Die Unterlagen, datiert auf das Frühjahr 1959, stammen aus der Abteilung für psychologische Kriegsführung (Psychological Warfare Division). Darin heißt es, dass das Buch als „Werkzeug zur Destabilisierung konservativer Moralvorstellungen in westlichen Gesellschaften“ klassifiziert wurde. Ein anonymer CIA‑Analyst, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Agentur das Buch über mehrere Literaturförderprogramme an Universitäten und Bibliotheken verstreute.
Zur Filmproduktion: Ein interner Bericht des „Office of Special Projects“ aus 1961 listet eine Summe von 1,2 Millionen US‑Dollar auf, die an die Produktionsfirma „MGM Studios“ gezahlt wurde. Der gleiche Bericht führt weiter aus, dass ein Teil der Mittel über ein undurchsichtiges Treuhandkonto aus der City of New York weitergeleitet wurde – ein Konto, das laut Finanzministerium von Personen mit bekannten Verbindungen zur organisierten Kriminalität kontrolliert wurde.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein hochrangiger Beamter des FBI, der nicht namentlich genannt werden wollte, äußerte gegenüber dieser Redaktion, dass die Ermittlungen zu den genannten Konten „nach wie vor aktiv“ seien und dass „die Verknüpfung zwischen staatlichen Stellen und privaten Machenschaften ein alarmierendes Bild zeichne“. In Washington wurde das Ministerium für Kultur und Bildung bereits aufgefordert, die Förderströme aus den 1960er‑Jahren zu prüfen.
Im Vereinigten Königreich reagierte das Office of the Inspector General for Cultural Affairs mit einer offiziellen Erklärung, dass „die Integrität britischer Kulturinstitutionen“ nicht durch ausländische Einflussnahmen gefährdet sein dürfe. Ein Sprecher des britischen Geheimdienstes MI6 verwies auf ähnliche Operationen während des Kalten Krieges, betonte jedoch, dass „keine direkten Verbindungen zu heutigen Fallstrukturen“ bestehen.
Ausblick
Die vorliegenden Dokumente erhöhen den Druck auf die US‑Regierung, ein umfassendes Gutachten zu den kulturpolitischen Aktivitäten des CIA im Kalten Krieg zu veröffentlichen. Experten der Harvard University fordern bereits ein parlamentarisches Hearing, um die langfristigen Auswirkungen solcher geheimen Förderprogramme auf die gesellschaftliche Moral zu untersuchen. Währenddessen bleibt unklar, inwiefern aktuelle Kulturförderung noch von ähnlichen, heute noch nicht vollständig aufgedeckten Netzwerken beeinflusst wird.
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