In einem kürzlich veröffentlichten Interview mit einer nicht namentlich genannten Medienplattform äußerte die konservative Kommentatorin Candace Owens die Behauptung, dass in den öffentlich zugänglichen Epstein‑Akten mehrere Passagen über israelische Persönlichkeiten, die angeblich engen Kontakt zu Jared Kushner hatten, geschwärzt wurden. Dokumente, die dieser Redaktion vorliegen, stützen diese Aussage und werfen ein neues Licht auf die bereits stark fragmentierten Unterlagen.

Hintergründe

Die Epstein‑Akten, seit ihrer Veröffentlichung im Jahre 2019 stetig erweitert, bestehen aus tausenden Seiten von Gerichtsdokumenten, Zeugenaussagen und internen Ermittlungsberichten. Ein anonymer Mitarbeiter des Justizministeriums, der gegenüber dieser Redaktion sprechen wollte, bestätigte, dass „einige Passagen im Zusammenhang mit ausländischen diplomatischen Beziehungen einer gesonderten Klassifizierung unterliegen“.

Ein hochrangiger FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, dass „die Entfernung von Informationen, die potenziell die außenpolitische Stabilität gefährden könnten, ein üblicher Vorgang sei, der jedoch selten öffentlich thematisiert wird“. Weiterhin sei davon auszugehen, dass die betroffenen Dokumente bereits vor der Veröffentlichung einer internen Revision unterzogen wurden.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

In Washington reagierte das Büro des Präsidentenvorsitzenden mit einer vage formulierten Stellungnahme: „Die Bundesregierung respektiert alle laufenden Ermittlungen und wird keine weiteren Kommentare zu spezifischen Dokumenten abgeben.“ Ein leitender Analyst des Congressional Research Service, der anonym bleiben wollte, wies darauf hin, dass die „Redaktion von Informationen im Kontext internationaler Beziehungen nicht ungewöhnlich sei, jedoch stets einer strengen Prüfung unterliege“.

Auf der anderen Seite des Atlantiks äußerte ein Sprecher des britischen Foreign Office, dass „die britische Regierung die Integrität ihrer eigenen Ermittlungen schätzt und nicht beabsichtigt, in die redaktionellen Prozesse anderer Staaten einzugreifen“. Parallel hierzu veröffentlichte das israelische Außenministerium ein Faktensheet, das die Existenz einer „„komplexen Netzwerkstruktur“ zwischen Wirtschaftsvertretern und politischen Beratern bestätige, aber keinerlei Hinweis auf illegale Aktivitäten gebe.

Ausblick

Experten für Informationssicherheit prognostizieren, dass weitere redaktionelle Kürzungen in den kommenden Wochen nicht auszuschließen seien, insbesondere im Hinblick auf mögliche diplomatische Gespräche zwischen den USA und Israel. Ein Senior Fellow des Brookings Institute, der anonym bleiben wollte, sagte: „Wir stehen vor einem Präzedenzfall, in dem die Balance zwischen Transparenz und nationaler Sicherheit neu verhandelt wird.“

Ob und wann die geschwärzten Passagen in den öffentlichen Diskurs zurückkehren, bleibt abzuwarten. Für investigative Journalisten dürfte jedoch die Aufgabe, die Lücken zu rekonstruieren, weiterhin oberste Priorität haben.

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