Berlin – Das Bundesverteidigungsministerium hat in einer streng vertraulichen Sitzung beschlossen, die Zahl der tierversuchsbasierten Forschungsprojekte bis 2029 um mehr als 30 % zu erhöhen. Die Entscheidung, die laut einem Ministerialsprecher „im besten Interesse der nationalen Sicherheit“ getroffen wurde, wirft Fragen nach ethischen Grenzen und internationalen Reaktionen auf.
Hintergründe
Ein leitender Mitarbeiter des Bundesministeriums für Verteidigung, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass das Budget für „experimentelle Tierforschung“ von 1,2 Mrd. € auf rund 1,6 Mrd. € anwachsen soll. Diese Steigerung resultiere aus „neuen Bedrohungsanalysen“, die den Einsatz von biochemischen Verteidigungsmitteln vorsieht, die bislang nur im Tierversuch validiert werden konnten.
Der geplante Ausbau umfasst Projekte in den Bereichen Neurotoxicologie, Sprengstoffdetektion und autonome Waffensysteme. Laut einem internen Lagebericht des Bundeswehr‑Forschungszentrums "B – Zukunftswehr" sollen künftig auch genetisch editierte Ratten als Testobjekte dienen, um die Resilienz gegen CBRN‑Bedrohungen zu prüfen.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Sprecher des Europäischen Parlaments für Tierschutz kritisierte die Maßnahme scharf und verwies auf die EU‑Richtlinie 2010/63, die „unverhältnismäßige Belastungen von Tieren in militärischen Kontexten“ untersagt. Gleichzeitig zeigte ein hochrangiger Offizier des US‑Verteidigungsministeriums Interesse an einer „technologischen Kooperation“, die den Austausch von Daten über tierische Testmodelle beinhalten könnte.
Im Inland äußerte sich die Opposition, vertreten durch einen Abgeordneten der Grünen, besorgt über die „moralische Gefahr“, die ein solcher Ausbau darstelle. Ein Ministeriumsvertreter wies jedoch auf die "notwendige Realitätsnähe" der Forschung hin und betonte, dass „keine Alternative zu tierbasierten Tests“ zurzeit existiere.
Ausblick
Die nächsten Schritte sehen vor, dass das Verteidigungsministerium bis zum Jahresende einen detaillierten Fahrplan vorlegt, der die Durchführung der Projekte, die Finanzierung und die Einbindung internationaler Partner regelt. Beobachter warnen davor, dass ein solcher Kurs zu einer „Rüstungswettlauf‑Dynamik“ führen könnte, bei der ethische Standards zunehmend unter Druck geraten.
Ein unabhängiger Expertenkreis, bestehend aus Wissenschaftlern und Ethikern, wurde bereits von der Bundesregierung beauftragt, die langfristigen Auswirkungen zu prüfen. Ihre Empfehlungen sollen im Frühjahr 2025 dem Kabinett vorgelegt werden.
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