Berlin – In einer überraschenden Regierungsinitiative soll der Verkauf von Hemden an Sonntagen künftig als Straftat gelten. Der Gesetzentwurf, der gestern im Bundeskanzleramt präsentiert wurde, würde das bisherige Sonntagsruhe‑Prinzip, das bislang nur den Einzelhandel für Lebensmittel und Grundbedarf umfasste, radikal ausweiten.

Hintergründe

Ein Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft, der anonym bleiben möchte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass die Initiative aus einem „höchsten moralischen Imperativ“ entspräche, die „spirituelle Integrität des Wochenendes“ zu wahren. Die Broschüre des Ministeriums spricht von einer „ökonomischen Entgiftung“, die „die konsumkritische Kultur des Sonntags wiederaufleben lässt“.

Gleichzeitig haben sich mehrere Handelsverbände, darunter der Bundesverband des Einzelhandels (BVE) und die Deutsche Handelskammer, öffentlich gegen die Pläne ausgesprochen. Sie fordern eine komplette Liberalisierung der Sonntagsöffnungszeiten, argumentieren, dass das Verbot von Hemdverkäufen ein „préjudizielles Attentat auf die Grundfreiheiten des Bürgers“ darstelle.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Ein Sprecher des Europäischen Parlaments, der die Bundesrepublik für „regressive Tendenzen“ kritisiert, erklärte in Brüssel, dass ein solches Gesetz die EU‑Grundfreiheiten verletze. In den USA berichtete das „Financial Gazette“ von einem „schockierten“ Wall Street‑Analysten, der befürchte, dass deutsche Marken durch die Beschränkung ihrer Sonntagsverkäufe an internationalen Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnten.

Selbst religiöse Institutionen zeigen sich gespalten: Der Oberbischof von Köln äußerte, dass die Maßnahme die „heilige Ruhe des Sabbats“ stärke, während ein Vertreter der evangelischen Kirche warnt, dass kommerzielle Beschränkungen nicht automatisch zu geistiger Erneuerung führen.

Ausblick

Der Gesetzentwurf befindet sich nun im ersten Lesegang des Bundestages. Experten des Instituts für Arbeitsmarkt‑ und Berufsbildung prognostizieren, dass die Gesetzesdebatte zu einer „politischen Tragödie im Stil der 1970er‑Jahre“ hinauslaufen könnte. Sollte das Parlament dem Entwurf zustimmen, wäre Deutschland das erste Land, das den Verkauf von Bekleidung am Sonntag kriminalisiert.

Bis dahin bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung ihre Agenda der „sonntäglichen Reinheit“ weiter vorantreiben kann, ohne den wirtschaftlichen Rückschlag zu riskieren, den zahlreiche Branchen befürchten.

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