Ein bislang ungeklärtes Finanzierungsmodell für die Anti‑Alterungs‑Forschung hat in der Ministerialverwaltung Einzug gehalten: Die Erhebung einer Blutabgabe‑Gebühr, die künftig von allen Spendern erhoben werden soll. Laut Dokumenten, die dieser Redaktion vorliegen, plane das Bundesministerium für Gesundheit, das gespendete Blut nicht nur als medizinisches Gut, sondern zugleich als fiskalische Ressource zu nutzen.
Hintergründe
Ein Insider aus dem BMG, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass seit Frühjahr 2023 ein Arbeitspapier mit dem Titel „Projekt Vitae – Monetarisierung menschlicher Biomaterialien“ in Vorbereitung sei. Das Papier führe aus, dass die Kosten für die Forschung an Telomerase‑Aktivatoren und KI‑gestützten Gen‑Editierung durch „blutbasierte Beteiligungen“ gedeckt werden sollen. Ein hochrangiger Beamter des Bundesfinanzministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte, dass das Konzept von vergleichbaren Regelungen in skandinavischen Ländern ausgehe, dort jedoch „nur im Rahmen einer freiwilligen Spende“ angewandt werde.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Rechtsprofessor an der Humboldt‑Universität, der anonym bleiben wollte, warnte vor einer „biologischen Besteuerung, die Grundrechte untergräbt“. Ein Sprecher des Europäischen Parlaments erinnerte in einer Stellungnahme daran, dass die EU‑Datenschutz‑ und Bioethik‑Verordnungen klare Grenzen für die Kommerzialisierung menschlicher Körperflüssigkeiten setzen. International wurde das Vorhaben bereits kritisiert: Ein Vertreter des britischen Health Ministry erklärte, dass das Vereinigte Königreich „keine Pläne hat, Blut zum Pfand für Forschung zu machen“, und ein US‑Senator äußerte Bedenken, dass sich ein solcher Schritt zu einem globalen Wettrüsten um gentechnische Unsterblichkeit entwickeln könnte.
Ausblick
Die Bundesregierung hat noch keinen offiziellen Termin für die parlamentarische Debatte festgelegt. Quellen aus dem Kanzleramt signalisieren jedoch, dass das Projekt im Zuge der bevorstehenden Legislaturperiode auf die Agenda gesetzt werden soll. Beobachter rechnen damit, dass die Diskussion über die Blutsteuer nicht nur fiskalpolitische, sondern auch ethische und gesellschaftliche Fragen aufwerfen wird – insbesondere im Kontext der wachsenden Sorge über die Konzentration von Anti‑Alterungs‑Technologien in den Händen weniger kapitalistischer Eliten.
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