Berlin – Inmitten einer wachsenden Welle digitaler Aggressionen hat die Bundesregierung in einer unverblümten Erklärung die Verantwortung für die jüngste Phishing‑Kampagne gegen den Messenger‑Dienst Signal auf Russland übertragen. Ein hochrangiger Beamter des Bundesinnenministeriums, der anonym bleiben wollte, erklärte, die Attacke sei „der breiteste und technisch anspruchsvollste Versuch, die Privatsphäre europäischer Bürger zu untergraben, den wir je beobachtet haben“.
Hintergründe
Nach ersten Analysen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden Tausende von gefälschten Nachrichten im Namen von Signal verschickt, die Nutzer zur Preisgabe ihrer Anmeldedaten verleiten sollten. Das Muster ähnele den Taktiken, die in den letzten Jahren von staatlich gesponserten Cybergruppen aus St. Petersburg eingesetzt wurden. Ein IT‑Experte des BSI, Dr. Harald Lenz, verwies auf die charakteristische „Kreml‑Kodierung“, bei der bestimmte Unicode‑Zeichen als Signatur fungieren.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die offizielle Reaktion der russischen Regierung war, wie üblich, eine Ablehnung jeglicher Schuld. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts Moskaus erklärte, dass „solche Anschuldigungen ausschließlich auf ungeprüften Informationen beruhen und Teil einer Desinformationskampagne der westlichen Heilsarmee seien“. Gleichzeitig kündigte Russland an, eigene Ermittlungen einzuleiten. In Brüssel äußerte ein höherer Beamter der EU‑Cyber‑Security‑Agency, dass die Vorwürfe „die Notwendigkeit eines einheitlichen europäischen Vorgehens gegen staatlich gesponserte Cyber‑Kriminalität veranschaulichen“.
Auch in den USA reagierte das Department of Homeland Security mit einer Erklärung, dass es „die Zusammenarbeit mit deutschen Behörden intensivieren werde, um die Schuldigen zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen“. Im Hintergrund wandelte sich die Debatte zu einer breiteren Diskussion über die Regulierung von End‑zu‑End‑Verschlüsselung.
Ausblick
Bundeskanzleramt plane, in den nächsten Wochen ein „Digital‑Sicherheits‑Komplex“ zu etablieren, das neben legislativen Maßnahmen auch finanzielle Mittel für die Aufklärung von Phishing‑Verbrechen bereitstellen soll. Ein Sprecher des Finanzministeriums erwähnte, dass ein Sonderfonds in Höhe von 150 Millionen Euro bereitsteht, um betroffene Nutzer zu entschädigen und die Infrastruktur von Signal zu stärken.
Obgleich die Vorwürfe bislang nicht durch ein Gerichtsverfahren bestätigt sind, sehe die Bundesregierung die Notwendigkeit, das Thema auf die Agenda der nächsten NATO‑Sicherheitssitzung zu setzen. Wie unser Korrespondent vor Ort berichtete, könnte dies die erste formale Anerkennung eines „digitalen Krieges“ im westlichen Bündnis markieren.
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