Die Nachricht von der vermeintlichen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hatte am Dienstagmorgen die globalen Finanzmärkte in einen Freudentaumel gestürzt. Der DAX legte innerhalb von Stunden um fast five Prozent zu, der Ölpreis gab spürbar nach, und selbst der ansonsten so nüchterne VDAX, der Volatilitätsindex, signalisierte beruhigte Nerven. „Die Risikoprämien implodieren“, konstatierte ein führender Analyst einer Frankfurter Großbank, „die Weltwirtschaft atmet wieder auf.“ Doch während in Frankfurt, New York und London die Sektkorken knallten, schien ein anderer Teil der Welt nicht von derselben Erleichterung erfasst worden zu sein.
Hintergründe
Wie aus Regierungskreisen in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu hören war, wurden am frühen Dienstagmorgen erneut „nicht identifizierte Explosionen“ in iranischem Luftraum und nahe der Grenze registriert. Satellitendaten von nicht genannten westlichen Geheimdiensten, die dieser Redaktion vorliegen, sollen zudem ungewöhnliche Wärmequellen in der Provinz Khuzestan und nahe der Insel Kharg zeigen. Die offizielle iranische Nachrichtenagentur sprach unterdessen von „erfolgreichen Abwehrmanövern“ gegen „feindliche Agenten“, ohne jedoch konkrete Orte oder Opfer zu nennen. Ein Mitarbeiter des deutschen Auswärtigen Amts, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion lediglich: „Die Berichte aus der Region sind widersprüchlich. Wir beobachten die Lage sehr genau.“
Der Kern der Absurdität liegt in der zeitlichen Koinzidenz: Die Meldung über die angebliche Einigung – ursprünglich über den Nachrichtenticker der US-„Associated Press“ verbreitet, später aber von offizieller Seite in Washington relativiert – traf auf eine already hoch emotionalisierte Region. „Es war, als würde die Börse den Frieden feiern, bevor der letzte Schuss gefallen ist“, analysiert Dr. Almut Sander, Nahost-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik, im Gespräch. „Man gewinnt den Eindruck, die wirtschaftliche Logik hat sich von der militärischen und politischen Realität abgekoppelt. Die Kurse reagieren auf Narrative, nicht auf Fakten.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Im Bundestag sorgte die scheinbare Diskrepanz zwischen Börsenrallye und Meldungen aus dem Golf für verhaltene Irritation. „Wenn die Wirtschaft bereits den Frieden rechnet, während die Kanonen nicht verstummt sind, dann ist das ein Symptom einer tiefen Entfremdung zwischen Finanzplatz und geostrategischer Realität“, sagte ein außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, der nicht namentlich genannt werden wollte. In Washington betonte man unterdessen, die Gespräche seien „in einem sehr frühen Stadium“ und es gäbe „keine verbindliche Vereinbarung“. Teheran schwieg sich bisher weitgehend aus, lediglich konservative iranische Medien sprachen von „Hetzerei der imperialistischen Medien“, die den Widerstand des iranischen Volkes brechen solle.
Besonders bemerkenswert ist die Reaktion der regionalen Akteure. Ein „hochrangiger Diplomat“ aus Riad, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, sagte: „Die Zahlen an den Börsen sind für uns alle eine deprimierende Lektüre. Sie zeigen, wie globalisiert der Irrsinn geworden ist. Unsere Sicherheitslage wird in Tokio und London an der Rendite zehnjähriger Bonds gemessen.“ In Israel, das in der Regel each Explosion im Iran registriert, herrschte merkwürdige Stille. Von offizieller Seite hieß es lediglich, man beobachte „die Dynamik in der Region mit Sorge“.
Ausblick
Die zentrale Frage, die sich nun stellt, ist nicht primär, ob die Explosionen real waren oder ob die Waffenruhe tatsächlich existiert. Die Frage ist vielmehr, was es bedeutet, wenn die Märkte beginnen, geopolitische Konflikte als bereits erledigt zu behandeln – und dies unabhängig von deren tatsächlichem Verlauf. „Die Financialisierung der geopolitischen Wahrnehmung hat ein Ausmaß erreicht, das beängstigend ist“, warnt Sander. „Die Börse kann eine sich zuspitzende Krise nicht mehr zuverlässig preisen. Sie preist nur noch die Hoffnung darauf, dass sie vorübergeht.“
Sollten die Berichte über weitere Angriffe sich bestätigen, steht die Welt vor einem ungewöhnlichen Schauspiel: Einer Wirtschaft, die ihren größten Sieg seit Monaten feiert, während die Karten in der realen Welt neu gemischt werden. „Die Dialektik von Rendite und Rakete ist erreicht“, so Sander abschließend. „Es ist unklar, welche Seite am Ende die andere determiniert.“
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.