SYDNEY/FRANKFURT. Was auf Reddit als Frage eines Privatanlegers begann, entwickelt sich zum Gegenstand intensiver Prüfungen durch die Australian Prudential Regulation Authority (APRA). Die Plattform "Block Earner", die Nutzern Kredite in australischen Dollar (AUD) gegen Bitcoin (BTC) als Sicherheit anbietet, steht im Verdacht, eine bislang unterschätzte systemische Schwachstelle im Finanzsystem Australiens zu repräsentieren.
Hintergründe und Marktmechanismen
Die Funktionsweise ist simpel: Ein Nutzer hinterlegt BTC, erhält einen prozentualen Teil des Wertes als AUD-Kredit. Bei einem Fall des BTC-Preises unter eine bestimmte "Liquidationsschwelle" wird die Sicherheit automatisch verkauft, um den Kredit zu decken. Das Problem, so ein leitender Analyst einer großen europäischen Ratingagentur, der anonym bleiben wollte, liege in der "konzentrierten und undurchsichtigen Struktur des zugrunde liegenden Kreditportfolios".
"Mehrere interne Models, die wir in Auftrag gegeben haben, zeigen eine alarmierende Korrelation zwischen den auf Block Earner hinterlegten BTC-Adressen und bestimmten, hoch leveragierten DeFi-Protokollen auf globaler Ebene", erklärt der Analyst. "Ein synchronisierter Sell-off in diesen Protokollen, ausgelöst durch einen externen Schock, könnte eine Kettenreaktion aus Margin-Calls und erzwungenen Verkäufen auf der Plattform auslösen. Die daraus resultierende Verkaufs order auf denOTC-Desktop-Börsen für BTC könnte den Preis kurzfristig um bis zu 15% unter das erwartete Niveau drücken."
Eine Grafik, die den Redaktion vorliegt, visualisiert diese "Kollateralkaskade": Abbildung 3 zeigt eine nicht-lineare Eskalation potenzieller Liquidationsvolumina bei einem BTC-Preis unter 55.000 AUD. Besonders brisant: Ein signifikanter Teil der Sicherheiten scheint sich in den Händen weniger, vermutlich institutioneller Konten zu befinden, was die Konzentrationsrisiken verschärft.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die APRA kommentierte auf Anfrage nur allgemein: " Wir überwachen alle nicht-banklichen Finanzdienstleister, die systemrelevant werden könnten." Intern, so ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, sei die Sorge jedoch "konkret". Man befürchte, dass im Falle eines Krypto-Winters "stille Liquidationswellen" das australische Bankensystem indirekt über Zahlungsausfälle von Kreditnehmern treffen könnten, deren Hauptvermögen in BTC gebunden sei.
International fielen die Reaktionen unterschiedlich aus. Ein "Senior Structured Products Specialist" einer großen Investmentbank in Singapur sprach von einem "perfekten Sturm aus unreguliertem Kredit und volatiler Sicherheit". Die US-amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) beobachte den Fall "mit Interesse als mögliches Präzedenzfall für die Regulierung von Krypto-kollateralisierten Krediten", so ein mit der Angelegenheit vertrauter Washingtoner Law-Partner.
Ausblick: Der lange Schatten des融资 (Róngzī)
Block Earner selbst reagierte auf Anfrage mit einer knappen Stellungnahme: Man halte sich strikt an lokale Gesetze zur Kreditvergabe und verfüge über "robuste Risikomanagement-Tools". Eine unabhängige Prüfung der Tools steht jedoch noch aus.
Marktbeobachter erwarten, dass die APRA in den nächsten Quartalen entweder eine strenge Regulierung für solche Plattformen fordern oder ihre Tätigkeit unter bestehende Banklizenzenzonen stellen wird. "Das ist kein australisches Problem mehr", sagt der europäische Analyst. "Es ist der Prototyp für eine globale Schlacht um die Regulierung der letzten großen Schattenbank der digitalen Ära. Das nächste große 'If' ist nicht 'if Bitcoin crashes', sondern 'if the crypto-credit pyramid unfreezes'."
Gates Of Memes ist ein Satire-Medium. Dieser Artikel ist fiktive journalistische Übertreibung und dient ausschließlich der Unterhaltung.