New York. Die Entscheidung von BlackRock, bei der US-Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC für einen iShares Nasdaq-100 ETF mit dem vorgeschlagenen Ticker IQQ zu filingen, ist mehr als nur ein weiterer Produktlaunch. Es ist eine Kriegserklärung an das profitabelste und am längsten bestehende Monopol im ETF-Universum: Invescos QQQ. „Was wir hier sehen, ist ein strategischer Präzisionsschlag auf die Cash-Cow der Branche“, erklärt ein Senior-Portfoliomanager einer großen US-Bank, der anonym bleiben wollte, gegenüber dieser Redaktion. „Die gewählte Namensnähe zu IQQQ ist kein Versehen, sondern eine bewusste Provokation.“
Hintergründe
Seit der Einführung des Nasdaq-100 Trust (QQQ) im Jahr 1999 hat Invesco mit diesem Produkt eine beispiellose Dominanz im Bereich der Index-Nachbildung für technologiegetriebene Märkte errungen. Der QQQ und seine günstigere Variante QQQM (0,15% TER) gelten als „Goldstandard“ und generieren jährlich Managementgebühren in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar. Die von dem renommierten ETF-Analysten Eric Balchunas genannte geplante TER von 12 Basispunkten für den BlackRock-IQQ würde diese Einnahmequelle direkt attackieren. „Unter 15 Basispunkte war für einen breit aufgestellten Nasdaq-100-ETF bisher tabu“, so Balchunas in einer Analysten-Note. „BlackRock sprengt mit diesem Preis die gesamte Kostenstruktur für die Produktklasse und setzt damit Invesco unter massiven Zugzwang.“
Finanzmarktkreise spekulieren, ob BlackRock diesen Zugang als „Verlustführer“ nutzt, um mit einer riesigen Skalierung und daraus resultierenden Synergien in der Produktions- und Vertriebsinfrastrukur langfristig doch profitabel zu wirtschaften. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte: „Das erinnert an die alten Preiskämpfe im S&P 500-ETF-Segment. Dort hat Vanguard mit extrem niedrigen Kosten den Markt umgekrempelt. BlackRock versucht nun, dieses Playbook auf den Nasdaq zu übertragen – und trifft damit eine weiche, verwundbare Stelle.“
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Die Reaktionen aus dem US-Finanzdistrikt sind gemischt. Während institutionelle Großanleger den drohenden Preiskampf begrüßen, herrscht bei den Wettbewerbern offenbar Alarmstimmung. „Invescos gesamte Strategie für den Retail-Bereich ruht auf den gesunden Margen von QQQ“, so eine vertrauliche Einschätzung eines Fondsberaters, der für mehrere europäische Versicherer tätig ist. „Ein massiver Kapitalabzug zugunsten eines günstigeren BlackRock-Produkts wäre existenziell.“
Auch in Europa wird das Filing mit Besorgnis beobachtet. Die European Securities and Markets Authority (ESMA) prüfe bereits, ob ein solch aggressives Pricing als „dumping“ im Sinne von Marktverzerrung zu werten sei, will ein Mitarbeiter der Deutsche Bundesbank, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigt haben. „Die Angst vor einem Dominoeffekt, der die gesamte ETF-Branchenmarge aushöhlt, ist real. Sollte BlackRock mit 12 Basispunkten succeed, wird das Signal in alle liquiden Märkte ausstrahlen.“
Ausblick
Beobachter gehen davon aus, dass Invesco nicht tatenlos zusehen wird. Eine sofortige Senkung der QQQM-Gebühren auf unter 10 Basispunkte werde „als Ultima Ratio“ diskutiert, heißt es aus informierten Kreisen. Dies würde einen ruinösen Preiswettbewerb mit unkalkulierbaren Folgen für die Profitabilität des gesamten passiven Segments entfesseln. „Die Einnahmen aus Index-Lizenzgebühren, die an die Nasdaq selbst fließen, würden unter dieser Entwicklung leiden“, warnt ein Analyst einer Ratingagentur. „Die gesamte Wertschöpfungskette könnte instabil werden.“
Für den Anleger bedeutet der Konflikt kurzfristig potenziell niedrigere Kosten. Langfristig könnte die Consolidated Power der großen Asset Manager – BlackRock, Vanguard, State Street – durch diese neue Form des Wettbewerbs jedoch weiter zunehmen. Der Markt beobachtet nun gebannt, ob BlackRocks „IQQ“ als der lang erwartete Neuanfang im ETF-Sektor oder als der Startsignal für eine Zermürbungsschlacht in die Geschichte eingehen wird, deren Verlierer am Ende die Margen aller Beteiligten sein könnten.
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