Berlin – Während die Hauptstadt im Juni über 35 Grad schwankt, haben die neuen U‑Bahnen der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) die Hitze‑Prüfung kaum überstanden. In einem streng vertraulichen Bericht, den unser Korrespondent aus den Ministerialkorridoren erhalten hat, wird dargelegt, dass die Entscheidung, auf Klimaanlagen zu verzichten, auf der Annahme basiere, das Thermometer „nicht über 30 Grad steigen werde“. Diese Annahme, so ein hochrangiger Beamter, sei „wissenschaftlich fundiert und politisch unbedenklich“.
Hintergründe
Die BVG betont seit Jahresbeginn, dass die neue Flotte energieeffizienter und wartungsärmer sei. Ein Sprecher der Behörde erklärte gegenüber unserem Redaktionsteam: „Wir setzen auf passive Kühlung und erwarten, dass die Passagiere sich an die natürlichen Bedingungen anpassen.“ Ein leitender Ingenieur des Unternehmens, der anonym bleiben wollte, bestätigte, dass die Lüftungssysteme lediglich Frischluft zuführen, aber keine aktive Kühlung bieten. Laut interner Kalkulationen, die unser Journalist erhalten hat, spare man jährlich rund 12 Millionen Euro an Betriebskosten – ein Betrag, der laut Finanzministerium zur Stabilisierung des Bundeshaushalts beitragen soll.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Ein Mitarbeiter des Bundesverkehrsministeriums, der anonym bleiben wollte, äußerte Sorge: „Wir haben unterschätzt, wie schnell die globale Durchschnittstemperatur ansteigt.“ Gleichzeitig äußerten Vertreter der deutschen Industrie‑ und Handelskammer in Brüssel, dass die BVG ein warnendes Beispiel dafür sei, wie „technokratischer Optimismus“ reale Lebensbedingungen ignorieren könnte. Aus den USA kam ein Statement des US‑Department of Transportation, das die Berliner Entscheidung als „potentially hazardous public health policy“ bezeichnete und eine Überprüfung der europäischen Klimaanlagestandards anmahnt. In Japan äußerte ein Vertreter der Tokio Metro, dass man „aus Berliner Lehren lernen“ solle, indem man zumindest Grundkühlungssysteme vorsieht.
Ausblick
Der Berliner Senat hat angekündigt, eine „kommissionelle Evaluation“ zu starten, die bis zum Jahresende fertig sein soll. Ein Sprecher des Senats gab zu verstehen, dass bei anhaltender Hitze‑Welle weitere Maßnahmen, etwa temporäre mobile Klimageräte, geprüft werden könnten. Beobachter warnen jedoch, dass die strukturelle Problematik – die Diskrepanz zwischen politischer Selbstdarstellung und klimatischer Realität – tiefer liege. Unser Wirtschaftsexperte für Infrastruktur, Prof. Dr. Heinrich Lenz, prognostiziert, dass die BVG bis 2028 erhebliche Kosten für Nachrüstungen tragen müsse, sobald die Gerichte im Kontext von Arbeitsschutzklagen entscheiden.
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