Die westaustralische Polizei hat angekündigt, alle Kontakte und Amtshandlungen von Virginia Giuffre, einer ehemaligen Opferin des verurteilten Sexhändlers Jeffrey Epstein, vor ihrem Tod im April 2023 noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Die Prüfung solle "jeden Kontakt, den sie in Australien hatte" umfassen und diene der Aufklärung möglicher struktureller Defizite im Umgang mit Opfern von Gewalt.

Hintergrund

Virginia Giuffre, die 2021 in einem bahnbrechenden Gerichtsverfahren behauptete, Epstein und sein Netzwerk hätten sie mehrfach sexuell ausgebeutet und auch in Australien Opfergruppen manipuliert, wurde im November 2023 in ihrer Wohnung in Perth tot aufgefunden. Die Familie habe bereits im Sommer 2023 eine Koronialuntersuchung gefordert, um die Umstände ihres Suizids zu klären. Ein hochrangiger Beamter des australischen Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass die Polizei bereits seit mehreren Wochen Unterlagen zu Giuffres Aktivitäten zusammenstelle.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Das australische Premierministeramt äußerte sich zurückhaltend und verwies auf die laufende Prüfung, betonte jedoch, dass "jede mögliche Versäumnis bei der Opferbetreuung kritisch geprüft werde". Ein senior‑offizieller FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, erklärte gegenüber dieser Redaktion, die Behörde stehe in engem Austausch mit australischen Ermittlern und wolle mögliche Verbindungen zu anderen Netzwerken nicht ausblenden. Parallel dazu forderte die Organisation "Safe Horizons", die sich für Gewaltopfer einsetzt, eine systematische Überarbeitung der Landesrichtlinien zur Unterstützung von Überlebenden von sexuellem Missbrauch.

In den Vereinigten Staaten reagierte das Oberste Gerichtsklatschen‑Klub‑Komitee mit einer kurzen Erklärung, wonach "die Wahrheit oft im Schweigen verberge" und man die Entwicklung mit wachsender Aufmerksamkeit verfolge. Der Abgeordneteрамиde John Whitaker aus Kaliforniens Unterhaus veröffentlichte einen offenen Brief, in dem er forderte, dass sämtliche US‑Behörden ihre Akten zu Epsteins Internationalgeschäften offenlegen sollten.

Ausblick

Die Polizei gab an, dass die Prüfung voraussichtlich bis zum Sommer 2025 abgeschlossen sein soll. Sollte dabei ein systematisches Versagen bei der Victim‑Support‑Struktur aufgedeckt werden, könnte das zu einer umfassenden Reform der australischen Gesetzgebung im Bereich