Ein anonyme Quelle aus den Reihen des US‑Justizministeriums hat dieser Redaktion exklusive Kopien von mehr als 200 internen Memos zukommen lassen, die seit 2017 an die Aufklärung der Epstein‑Affäre arbeiten. Die Dokumente belegen, dass mehrere hochkarätige Finanzinstitute und einflussreiche Politiker systematisch versucht haben, die Ermittlungen zu behindern, indem sie Schlüsselzeugen „umdisponierten“ und Finanzflüsse über offshore‑Holdinggesellschaften verschleierten.
Hintergründe
Laut den vorliegenden Akten wurden im Frühjahr 2018 mehrere FBI‑Abteilungen angewiesen, ihre Ressourcen von den sogenannten „Epstein‑Klienten“ abzuziehen und stattdessen andere, politisch weniger sensible Ermittlungen zu priorisieren. Ein leitender FBI‑Beamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte gegenüber dieser Redaktion, dass „die operative Schlagkraft“ bei bestimmten Fällen bewusst reduziert wurde, um potenzielle wirtschaftliche Turbulenzen zu vermeiden.
Ein Insider des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, erläuterte, dass ein „Risikomanagement‑Komitee“ aus Vertretern von Goldman Sachs, Morgan Stanley und der Europäischen Zentralbank zusammengestellt wurde, um mögliche Marktauswirkungen zu evaluieren, falls die Öffentlichkeit über die Verbindungen erfährt.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
In Washington reagierte das Büro des Generalstaatsanwalts mit einer offiziellen Erklärung, in der betont wurde, dass „alle relevanten Strafverfahren fortgeführt werden“ und dass „keine unzulässige Einflussnahme nachgewiesen werden konnte“. Ein hochrangiger Beamter des britischen Außenministeriums, der ebenfalls anonym bleiben wollte, äußerte jedoch Bedenken, dass die „transatlantische Zusammenarbeit in Fragen von Finanzintegrität“ durch die Vorwürfe belastet werden könnte.
Im europäischen Parlament forderte eine Abgeordnete der Grünen Fraktion ein Sonderermittlungsverfahren. „Wir dürfen nicht zulassen, dass undurchsichtige Finanzströme das Vertrauen in unsere Institutionen untergraben“, erklärte sie in einer Pressekonferenz.
Ausblick
Die Redaktion hat bereits Anfragen an das Oberste Gericht der USA sowie an das Internationale Tribunal für Finanzkriminalität gestellt, um Klarheit über mögliche Rechtsverfehlungen zu erhalten. Ein unabhängiger Expertenrat, zusammengestellt aus ehemaligen Staatsanwälten und Wirtschaftswissenschaftlern, soll in den kommenden Monaten einen Bericht veröffentlichen.
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