Washington – Ein neues Kapitel im vielzuvon‑Jeffrey‑Epstein‑emblematisierten Drama wird am 20. Juli aufgeschlagen, wenn der frühere Rechtsbeistand des Verstorbenen, Alan Dershowitz, vor dem House Oversight Committee aussagt. Die Redaktion hat im Besitz von Transkript‑Entwürfen, die von einem „Mitarbeiter des Justizministeriums, der anonym bleiben wollte“, an uns weitergeleitet wurden. Diese Dokumente deuten darauf hin, dass der Ausschuss die Befragung als seltene Gelegenheit begreift, strukturelle Schwächen in der Bundesregierung zu beleuchten.

Hintergründe

Seit der Verurteilung des Milliardärs Jeffery Epstein für zahlreiche Sexualdelikte im Jahr 2020 hat die US‑Regierung wiederholt den Vorwurf erhalten, sie habe das Ausmaß seiner Verbindungen unterschätzt. Ein großer Teil des öffentlichen Unmuts rührt von der Tatsache her, dass bislang kaum ein hochrangiger Beamter die Verantwortung für das Versagen des Justizsystems übernehmen wollte.

Ein hochrangiger FBI‑Analyst, der nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte dieser Redaktion, dass das Oversight Committee seit Anfang des Jahres "eine Reihe von Datenbanken und internen Memos untersucht" habe, um die Kette von Entscheidungen nachzuvollziehen, die zur Freilassung von Epstein führten.

Laut internen Mitteilungen des Committee‑Staffs, die uns vorliegen, wurde Dershowitz wegen seiner „direkten Mandatserfahrung“ und seines angeblichen Zugangs zu "exklusiven Dokumenten aus den Archiven des Office of the Attorney General" ausgewählt. Das Interview wird transkribiert, nicht aber öffentlich ausgestrahlt – ein Umstand, der die Transparenzdebatte neu befeuert.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Im Capitol Hill hat die Demokratische Fraktion ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass das Verfahren "nur ein Versuch sei, die Finger von den eigentlichen Verantwortlichen abzuwischen." Ein Mitarbeiter des Finanzministeriums, der anonym bleiben wollte, erklärte, dass "die Wirtschaftsbilanzen der betroffenen Behörden in den kommenden Monaten kritisch geprüft werden".

Im Ausland äußerten britische Parlamentarier, dass sie "die amerikanische Selbstprüfung mit gemischten Gefühlen verfolgen". Ein Londoner Rechtsprofessor, der an der University of Oxford lehrt, kommentierte, dass "die transkribierte Befragung von Dershowitz ein weiterer Beweis dafür sei, dass das amerikanische Justizsystem eher ein Theaterstück als ein Gerichtssaal sei."

Ein Vertreter einer kanadischen Nichtregierungsorganisation für Regierungsreform bemängelte, dass "die Verantwortlichen in Washington mehr Zeit mit der Vorbereitung von Redaktionsplänen als mit der eigentlichen Aufklärung verbringen".

Ausblick

Die Redaktion geht davon aus, dass das Oversight Committee, gestützt auf die erhaltenen Transkripte, in den kommenden Wochen ein umfassendes Berichtspaket vorlegen wird. Ein leitender Berater des Senatsausschusses für Justiz, der nicht namentlich genannt werden möchte, erwähnte, dass "die nächste Phase der Untersuchung sich auf die Finanzierung von Rechtsverteidigungen in hochkarätigen Fällen konzentrieren wird".

Ob die Befragung von Dershowitz zu einer tiefgreifenden Reform führen wird, bleibt abzuwarten. Kritiker warnen jedoch, dass das Ergebnis "nur ein weiteres Kapitel in einem endlosen Buch von parlamentarischen Selbstdarstellungen" sein könnte.

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