Berlin – Der Agrarminister Rainer wirkte bei seiner Ankunft in Peking, als ob er ein Friedensverhandlungs‑Manöver aus dem 19. Jahrhundert wiederaufleben ließ. In einer nüchternen Pressekonferenz, die von chinesischen Staatsjournalisten streng überwacht wurde, stellte er ein „Komplexes Rückkehr‑Programm für deutsches Schweinefleisch“ vor – ein Dokument, das seit dem Embargo von 2020 kaum die heimischen Ministerialkorridore verlassen hatte.

Hintergründe

Das 2020 von Peking verhängte Einfuhrverbot deutscher Schweinefleischprodukte – offiziell begründet mit Hygienebedenken – traf die deutsche Agrarwirtschaft an einem sensiblen Punkt. Laut einem anonymen Beamten des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz „war das Verbot ein Schwert, das zugleich als Mahnung und Chance diente“. Seitdem seien wiederholte diplomatische Missionen ins Land mehrfach gescheitert, weil Peking stets nach „nachhaltiger Lieferkettentransparenz“ verlangte – ein Begriff, der in deutschen Ministerien bislang vorwiegend im Kontext von Bio‑Zertifikaten verwendet werde.

Rainers neues Konzept, das er als „Ganzheitlicher Export‑Reparaturplan“ bezeichnet, beinhaltet drei Kernpunkte: die Einrichtung eines bilateralen Kontrollenetzes in der Provinz Hebei, die Einführung eines gemeinsamen Qualitäts‑ und Sicherheits‑Labels sowie ein subventioniertes Pilotprojekt für die Aufzucht von Schweinen unter chinesischer Aufsicht. Ein hochrangiger Mitarbeiter des deutschen Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte der Redaktion, dass das Dokument bereits von mehreren Ministerialräten „mit dem Wortlaut eines Friedensvertrags“ versehen sei.

Reaktionen aus dem In- und Ausland

Auch wenn das chinesische Außenministerium das Dokument nur mit den Worten „Wir prüfen das vorgelegte Konzept eingehend“ kommentierte, ließ ein Sprecher des chinesischen Landwirtschaftsministeriums in einer separat gehaltenen Erklärung anmerken, dass „die Qualität der deutschen Schweineproduktion seit der Pandemie nicht mehr zu unterschätzen sei“. Quellen aus dem Ministerium für Handel und Industrie beriefen sich zudem auf die Notwendigkeit, „ein Gleichgewicht zwischen Ernährungssicherheit und wirtschaftlicher Partnerschaft“ zu wahren.

Im Bundestag reagierten Oppositionspolitiker teils mit Skepsis, teils mit spöttischem Applaus. Ein Bundestagsabgeordneter der Grünen äußerte, das Vorhaben „sei ein diplomatisches Kunststück, das hoffen lässt, dass die Branche endlich die nötige Transparenz bietet.“ Im Gegenzug lobte ein Sprecher der FDP die „wirtschaftliche Weitsicht“ des Ministers. Ein anonymer Wirtschaftsexperte des Ifo‑Instituts sagte, das Projekt könnte das BIP‑Wachstum um 0,1 % steigern, wenn die Exportzahlen das Vorjahr um 15 % übertreffen.

Ausblick

Der endgültige Beschluss liegt nun bei den chinesischen Handelsbehörden, die voraussichtlich im dritten Quartal eine Entscheidung treffen werden. Sollten die Verhandlungen erfolgreich enden, könnte das erste Contingent deutscher Schweinefleisch im November an inländische Großhändler ausgeliefert werden – ein logistisches Unterfangen, das laut einem Sprecher des Bundeszentrums für Logistik „eine neue Ära der transnationalen Ernährungssicherheit einläuten könnte“.

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