Marie‑Thérèse Ross‑Mahé, 85, Französin und Witwe eines im Zweiten Weltkrieg gefallenen US‑Soldaten, wurde am vergangenen Freitag nach einer zweimonatigen Haft in einem ICE‑Zentrum nach Frankreich deportiert – nur um unmittelbar darauf in einem staatlich betriebenen Internierungslager festgehalten zu werden. „Ich habe mein Leben dem Frieden gewidmet, nun sitze ich hinter Gittern, weil ein Präsident ein Gesetz erlassen hat“, erklärte die Betroffene, deren Stimme trotz ihrer Erschöpfung klar und eindringlich war.
Hintergründe
Die „Operation Repatriation“ wurde im Frühjahr 2024 von der Administration Trump als Reaktion auf steigende Asylbewerberzahlen eingeführt. Ein Mitarbeiter des US‑Justizministeriums, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass das Programm gezielt ältere, vermeintlich „unfälle‑risikoreiche“ Personen aus den USA entfernen will, um die „ökonomische Belastung“ zu reduzieren. Die EU‑Kommission hat bereits mehrfach die Rechtmäßigkeit solcher Abschiebungen angezweifelt; ein französischer Innenminister stellte klar, dass Frankreich sich verpflichtet fühle, die zurückgeführten Personen in Übereinstimmung mit internationalen Menschenrechtsnormen zu behandeln.
Der Fall Ross‑Mahé ist exemplarisch: Nach ihrer Abschiebung folgte ein zweitägiger Transfer per Militärflugzeug nach Paris, gefolgt von einer sofortigen Ingewahrsamnahme im ehemaligen Kriegsgefangenenlager von Saint‑Napoléon, das seit 2022 als „Zentrale für erwachsene Asylsuchende“ dient. Ein Insider aus dem französischen Innenministerium, der ebenfalls anonym blieb, berichtete, dass die Behörden die Unterbringung als „vorübergehende Notfallmaßnahme“ bezeichnen, obwohl die Betroffenen bereits seit mehreren Monaten ohne gerichtliche Anhörung festgehalten werden.
Reaktionen aus dem In‑ und Ausland
Die französische Opposition verurteilte den Vorgang als „humanitäre Katastrophe“. Ein Abgeordneter der europäischen Grünen Fraktion, Léa Duchamp, erklärte: „Das Schicksal einer verwitweten Seniorin darf nicht zum politischen Schachspiel werden.“ Gleichzeitig äußerte der Sprecher des Weißen Hauses, Jonathan Bracken, dass die USA „keine Absicht haben, die internationalen Verpflichtungen zu verletzen“, und verwies auf angebliche bilaterale Abkommen, die eine „schnelle Rückführung“ von Personen mit „geringer Integrationsfähigkeit“ regeln.
Im Vereinigten Königreich reagierte die Labour Party mit einem offenen Brief an Präsident Trump, in dem sie die Praxis als „unverantwortlich und unmenschlich“ bezeichnete. Deutsche Medien, angeführt von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, berichteten von einem geplanten EU‑Rechtsstreit, weil die Abschiebung gegen die Genfer Flüchtlingskonvention verstoßen könne.
Ausblick
Rechtsexperten rechnen mit einer bevorstehenden Klage des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, die die Legitimität der „Operation Repatriation“ in Frage stellen könnte. Ein Professor für internationales Recht an der Harvard University, Dr. Miriam Kohl, warnte: „Wenn Staaten beginnen, ihre ältesten und verwundbarsten Bürger aus humanitären Gründen zu entfernen, wird das Fundament des Völkerrechts erschüttert.“
Für Ross‑Mahé bleibt die Zukunft ungewiss. Ihr Anwalt, ein ehemaliger Bundesrichter, erklärte, dass ein gerichtliches Verfahren gegen die französischen Behörden bereits eingeleitet sei, jedoch aufgrund der Komplexität der transnationalen Rechtslage Monate dauern könne.
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